Ratgeber · Neu bauen oder fertigstellen
WordPress-Relaunch: die Checkliste
Für einen WordPress-Relaunch erfassen Sie zuerst alle Seiten, Platzierungen, Formulare und eingebundenen Dienste der alten Website, leiten jede geänderte Adresse per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite und bauen die neue Website in einer nicht öffentlichen Testumgebung. Nach dem Livegang prüfen Sie einige Wochen lang in der Google Search Console Fehlerseiten, Indexierung und Suchanfragen.
Wann ist ein WordPress-Relaunch sinnvoll?
Ein Relaunch, also der Ersatz der alten Website durch eine neu gebaute, ist sinnvoll, wenn das Gerüst nicht mehr trägt: Aufbau, Gestaltung oder Technik. Liegt das Problem dagegen im Inhalt, reicht es, die bestehende Website zu überarbeiten. Das ist der kleinere Eingriff und schont, was bei Google schon funktioniert.
Ein Relaunch lohnt sich, wenn
- das Theme, also die Gestaltungsvorlage, keine Updates mehr bekommt und Sie deshalb WordPress oder PHP, die Programmiersprache, in der WordPress läuft, nicht mehr aktualisieren können,
- niemand die Website mehr pflegen kann, weil sie aus zu vielen Plugins, also Erweiterungen, und Baukästen zusammengesetzt ist,
- sie sich auf dem Handy schlecht bedienen lässt und das am Aufbau liegt, nicht an einzelnen Seiten,
- Ihr Unternehmen sich verändert hat: neue Leistungen, neuer Name, neue Zielgruppe.
Überarbeiten reicht, wenn nur Texte, Fotos oder Preise veraltet sind, einzelne Seiten fehlen oder die Website zu langsam lädt. Für die Ladezeit gibt es einen eigenen Ratgeber: WordPress schneller machen. Fragen Sie sich: Würden Sie mit den vorhandenen Seiten weiterarbeiten, wenn sie besser aussähen? Dann überarbeiten Sie. Wenn nicht, planen Sie den Relaunch mit der folgenden Checkliste.
Was gehört in die Bestandsaufnahme vor dem Relaunch?
In die Bestandsaufnahme gehört alles, was die alte Website heute leistet: Adressen, Inhalte, Platzierungen bei Google, Formulare, eingebundene Dienste und Zugänge. Was Sie hier nicht erfassen, fällt nach dem Livegang, also dem Umschalten auf die neue Website, weg, und das fällt unter Umständen erst auf, wenn Anfragen ausbleiben.
- Alle Adressen: Exportieren Sie die Liste der Seiten und Beiträge. Hilfreich ist die Sitemap, ein Verzeichnis aller Adressen für Suchmaschinen; WordPress legt sie seit Version 5.5 unter /wp-sitemap.xml an, ein SEO-Plugin, eine Erweiterung für Suchmaschinen-Einstellungen, ersetzt sie unter Umständen durch eine eigene. Denken Sie auch an PDFs und Bilder, auf die andere Websites verlinken.
- Platzierungen und Suchanfragen: In der Google Search Console, dem kostenlosen Werkzeug von Google für Website-Betreiber, öffnen Sie den Leistungsbericht. Stellen Sie einen langen Zeitraum ein und exportieren Sie die Reiter „Abfragen“ (die Suchanfragen) und „Seiten“ über die Schaltfläche „Exportieren“. Die Seiten, die heute Klicks bringen, brauchen auf der neuen Website ein gleichwertiges Gegenstück.
- Formulare: Welche Formulare gibt es, an welche Adresse schicken sie, wer bekommt eine Bestätigung, welcher Datenschutzhinweis steht dabei?
- Tracking und Dienste: Statistik, Einwilligungs-Banner, eingebettete Karten, Videos, Bewertungs-Widgets, Terminbuchung. Notieren Sie, was bleiben soll und was wegfallen kann.
- Bestätigung der Search Console: Prüfen Sie, wie Ihre Website dort bestätigt ist. Steckt der Nachweis als HTML-Tag im alten Theme oder in einem SEO-Plugin oder als Bestätigungsdatei im Hauptverzeichnis, dem obersten Ordner der Website auf dem alten Server, kann er mit dem Relaunch verschwinden, und laut Google laufen die Berechtigungen dann nach einer Kulanzzeit ab. Eine Bestätigung über einen DNS-Eintrag, also einen Eintrag in den Domain-Einstellungen, bleibt erhalten, solange der Eintrag bestehen bleibt; ziehen die Domain-Einstellungen bei einem Anbieterwechsel um, übertragen Sie den Eintrag dorthin.
- Zugänge: Hoster (die Firma, auf deren Server die Website liegt), Domain, DNS, WordPress, Search Console, E-Mail. Laufen die E-Mail-Postfächer beim selben Hoster, klären Sie vor einem Hosterwechsel, wie die Mail umzieht.
Zum Schluss legen Sie eine vollständige Sicherung der alten Website an, mit Dateien und Datenbank, in der Texte und Einstellungen liegen, und bewahren sie auch nach dem Livegang auf.
Wie leiten Sie alte Adressen richtig weiter?
Jede alte Adresse, die sich ändert, bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite, mit dem Statuscode 301, der Browsern und Google meldet: dauerhaft umgezogen. Google empfiehlt für Umzüge serverseitige dauerhafte Weiterleitungen (301 oder 308). Ohne sie landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite, und bisherige Sichtbarkeit kann verloren gehen.
- Zuordnungstabelle anlegen: links die alte Adresse aus der Bestandsaufnahme, rechts die neue. Am einfachsten ist es, Adressen, die gut funktionieren, gleich zu lassen; dann braucht es keine Weiterleitung.
- Nicht alles auf die Startseite: Google rät ausdrücklich davon ab, viele alte Adressen auf eine einzige unpassende Seite wie die Startseite zu lenken. Gibt es eine Leistung nicht mehr, leiten Sie auf die thematisch nächste Seite.
- Keine Ketten: Leiten Sie direkt auf das endgültige Ziel, nicht über Zwischenstationen.
- Einrichten: mit einem Plugin für Weiterleitungen oder über den Hoster. Interne Links auf der neuen Website zeigen gleich auf die neuen Adressen.
- Lange behalten: Google rät, Weiterleitungen so lange wie möglich bestehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr.
Wechselt auch die Domain, kommen drei Schritte dazu:
- Beide Domains bestätigen: Alte und neue Domain sind in der Search Console als eigene Properties bestätigt, beide mit demselben Google-Konto als Inhaber. Sonst lässt sich der Umzug dort nicht melden.
- Umzug melden: Erst wenn die Weiterleitungen laufen, auch von der alten auf die neue Startseite, melden Sie den Umzug im „Tool zur Adressänderung“ der Search Console. Für den Wechsel von http auf https (verschlüsselt) oder zwischen Adressen mit und ohne www ist es laut Google nicht gedacht.
- Alte Domain behalten: Die alte Domain bezahlen Sie laut Google mindestens ein Jahr lang weiter, damit niemand sie für schädliche Zwecke übernehmen kann.
Wie Sie Weiterleitungen beim Livegang testen, steht auch in Kapitel 10: Livegang.
Warum bauen Sie die neue Website in einer Testumgebung?
In einer Testumgebung (Staging), also einer nicht öffentlichen Kopie, können Sie wochenlang bauen und testen, während die alte Website weiter Anfragen bringt. Wer an der Live-Seite umbaut, zeigt Kunden und Google eine Baustelle. Manche Hoster bieten Staging im Kundenbereich an (Kapitel 2), sonst entsteht die neue Website unter einer eigenen Unteradresse.
- Vor Google schützen: Der Haken „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ unter Einstellungen → Lesen ist nur eine Bitte. Google empfiehlt für Inhalte, die nicht öffentlich sein sollen, einen Passwortschutz; nur er hält auch Besucher mit einem direkten Link draußen. Richten Sie ihn im Kundenbereich des Hosters ein.
- Umzug auf die Live-Adresse: mit der Staging-Funktion des Hosters oder einem Umzugs-Plugin. Das WordPress-Handbuch warnt, dass ein einfaches Suchen und Ersetzen der Adressen in der Datenbank gespeicherte Einstellungen zerstören kann, und rät zu Werkzeugen, die damit umgehen können. Vorher immer sichern.
Wer liefert Inhalte und Fotos für den Relaunch?
Fotos liefern Sie selbst, und das Wissen für die Texte kommt ebenfalls von Ihnen: Sie kennen Ihre Kunden, Leistungen und Projekte am besten. Wer die Texte daraus schreibt, legen Sie vor dem Start fest, mit Ihrem Dienstleister, wenn Sie einen beauftragen. Fotos entstehen mit eigenen Aufnahmen oder über einen Fotografen vor Ort. Wer die Website baut, sollte Ihnen sagen, welche Motive gebraucht werden, und die Bilder aufbereiten. Für Texte und Bilder gilt:
- Bewährtes nicht wegwerfen: Texte der Seiten, die heute Klicks bringen, überarbeiten Sie, statt sie ersatzlos zu streichen.
- Rechte prüfen: Gekaufte Bilder der alten Website dürfen Sie nur weiterverwenden, wenn die Lizenz das erlaubt.
- Pflichtseiten anpassen: Impressum und Datenschutzerklärung müssen zu den Diensten der neuen Website passen (Kapitel 8, ein Überblick, keine Rechtsberatung; im Zweifel fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt, Ihre Kammer oder Ihren Verband).
Begegnet uns immer wieder: Die neue Technik steht, aber Texte und Fotos fehlen, und der Livegang verschiebt sich. Sammeln Sie deshalb früh, wie in Kapitel 1 beschrieben.
Was passiert am Tag des Livegangs?
Am Tag des Livegangs ersetzen Sie die alte Website durch die neue, schalten die Weiterleitungen scharf und geben die Website für Suchmaschinen frei. Wählen Sie dafür einen Tag, an dem Sie Zeit für Nacharbeiten haben; nach unserer Erfahrung ist ein Freitagnachmittag dafür ungeeignet. Die Reihenfolge:
- Letzte Sicherung der alten Website.
- Neue Website auf die Live-Adresse bringen und den Cache leeren, also die gespeicherten Fassungen der Seiten.
- Unter Einstellungen → Lesen den Haken bei „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ entfernen. Solange er gesetzt ist, schaltet WordPress auch seine Sitemap ab.
- Weiterleitungen aktivieren und mit einigen alten Adressen aus der Zuordnungstabelle testen.
- Jedes Formular einmal abschicken und prüfen, ob die Mail ankommt.
- In der Search Console die neue Sitemap einreichen und die Startseite im URL-Prüftool prüfen; es zeigt, ob Google die Seite abrufen kann.
Die vollständige Prüfliste für Inhalte, Technik und Freischalten steht in Kapitel 10.
Was prüfen Sie in den Wochen nach dem Relaunch?
In den Wochen danach prüfen Sie in der Search Console, ob Google auf Fehlerseiten stößt, und vergleichen Klicks und Suchanfragen mit Ihrem Export von vorher. Laut Google kann es bei kleinen und mittleren Websites einige Wochen dauern, bis die Seiten umgezogen sind, und die Platzierungen können in dieser Zeit schwanken.
- Fehlerseiten: Im Bericht zur Seitenindexierung stehen unter „Nicht gefunden (404)“ Adressen, die ins Leere führen. Fehlt eine Weiterleitung, tragen Sie sie nach.
- Wichtige Seiten: Bringen die Seiten, die vorher Klicks hatten, wieder Klicks? Wenn nicht, prüfen Sie Weiterleitung und Inhalt dieser Seite.
- Anfragen und Statistik: Kommen Anfragen an, zählt die Statistik, funktioniert das Einwilligungs-Banner?
- Verweise außerhalb: Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse, Social-Media-Profile und E-Mail-Signaturen auf die neuen Adressen umstellen.
Welche Fehler sollten Sie beim Relaunch vermeiden?
Die folgenden Fehler begegnen uns bei Relaunches immer wieder; jeder lässt sich mit den Schritten auf dieser Seite vermeiden:
- Der Haken „Suchmaschinen davon abraten …“ bleibt nach dem Livegang gesetzt.
- Alle alten Adressen werden pauschal auf die Startseite geleitet.
- Gut gefundene Texte werden gestrichen, weil sie nicht mehr ins neue Design passen.
- Formulare schicken noch an die Adresse eines früheren Mitarbeiters oder der alten Agentur.
- Die Bestätigung der Search Console steckte im alten Theme oder auf dem alten Server und ist weg.
- Die Weiterleitungen werden nach ein paar Wochen „aufgeräumt“.
- Beim Hosterwechsel ziehen die E-Mail-Postfächer nicht mit.
Was kostet ein WordPress-Relaunch?
Bei uns kostet ein Relaunch so viel wie eine neue Website, denn Aufbau, Design und Technik entstehen neu: als One-Pager ab 990 € netto, wenn Sie Texte und Bilder fertig liefern, und mit Unterseiten ab 2.900 € netto, jeweils zum Festpreis, den Sie vor dem Start kennen. Weiterleitungen von der alten Seite und der Livegang sind dabei enthalten. Was den Preis nach oben bewegt, sind vor allem diese Punkte:
- Umfang: wie viele Seiten die neue Website hat und ob sich die Struktur ändert.
- Inhalte: ob Sie Texte und Fotos liefern oder ob Texte überarbeitet und neu geschrieben werden sollen.
- Weiterleitungen: wie viele alte Adressen auf neue Seiten umgeleitet werden müssen.
- Funktionen: ob ein Shop, eine Terminbuchung oder mehrere Sprachen dazukommen.
Laufende Kosten wie Hosting, Domain und Lizenzen für bezahlte Plugins kommen dazu. Welche das sind und was sie in zwei Beispieltarifen kosten, steht im Ratgeber Was kostet eine WordPress-Website? Den Festpreis für Ihren Relaunch bekommen Sie nach einer kostenlosen ersten Einschätzung, mehr unter WordPress-Website erstellen lassen.
Zum Abhaken
Checkliste: WordPress-Relaunch
Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.
Häufige Fragen dazu
Verliere ich bei einem WordPress-Relaunch meine Google-Platzierungen?
Das lässt sich nicht ausschließen, aber begrenzen. Laut Google können Platzierungen schwanken, während Google die umgezogene Website neu erfasst. Wer jede geänderte Adresse per 301 auf die passende neue Seite weiterleitet und die Inhalte gut gefundener Seiten übernimmt, erhält die Grundlage für die bisherige Sichtbarkeit.
Wie lange müssen die Weiterleitungen nach einem Relaunch bestehen bleiben?
Google rät, Weiterleitungen nach einem Umzug so lange wie möglich bestehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr. Wer sie nach ein paar Wochen löscht, schickt Besucher von alten Links und Lesezeichen wieder auf Fehlerseiten.
Brauche ich bei einem Relaunch das Tool zur Adressänderung in der Search Console?
Nur wenn die Domain wechselt, etwa von einer alten auf eine neue Domain; dafür müssen beide Domains in der Search Console mit demselben Google-Konto bestätigt sein. Bleibt die Domain gleich und ändern sich nur Adressen einzelner Seiten, reichen Weiterleitungen und eine neue Sitemap. Für den Wechsel von http auf https oder zwischen Adressen mit und ohne www ist das Tool laut Google nicht gedacht.
Relaunch oder Überarbeitung: Was ist günstiger?
Eine Überarbeitung kostet weniger, solange Aufbau und Technik der Website noch tragen und nur Texte, Fotos oder einzelne Seiten veraltet sind: Sie ist der kleinere Eingriff, weil Aufbau und Technik bleiben, und schont, was bei Google schon funktioniert. Ein Relaunch lohnt sich trotz des größeren Aufwands, wenn Theme oder Technik nicht mehr aktualisiert werden können oder der Aufbau nicht mehr zu Ihrem Unternehmen passt.
Kann ich die neue WordPress-Website auf der Live-Seite bauen?
Davon raten wir ab. Besucher und Google sehen sonst eine Baustelle, und die alte Website bringt in dieser Zeit keine Anfragen. Besser ist eine Testumgebung (Staging) mit Passwortschutz, die erst am Tag des Livegangs auf die Live-Adresse umzieht.
Wer muss bei einem Relaunch die Fotos liefern?
Fotos liefern Sie selbst, mit eigenen Aufnahmen oder über einen Fotografen vor Ort. Wer die Website baut, sollte sagen, welche Motive gebraucht werden, und die Bilder aufbereiten. Gekaufte Bilder der alten Website dürfen nur bleiben, wenn die Lizenz das erlaubt; im Zweifel fragen Sie beim Bildanbieter nach.
Belege Quellen anzeigen (9)
- Google Search Central: Websites mit URL-Änderungen verschieben
- Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche
- Search-Console-Hilfe: Tool zur Adressänderung
- Search-Console-Hilfe: Leistungsbericht (Suchergebnisse), Exportieren
- Search-Console-Hilfe: Bericht zur Seitenindexierung
- Search-Console-Hilfe: Inhaberschaft der Website bestätigen
- Google Search Central: Inhalte aus der Google Suche fernhalten (Passwortschutz, noindex)
- Make WordPress Core: New XML Sitemaps Functionality in WordPress 5.5
- WordPress Advanced Administration Handbook: Migrating WordPress
So etwas für Ihre Website?
WordPress-Website erstellen lassen
Neu oder fertigstellen: Ihre WordPress-Website zum Festpreis, als One-Pager ab 990 € oder mit Unterseiten ab 2.900 €.
Sie möchten es nicht selbst machen?
Wir übernehmen das für Sie.
Beschreiben Sie kurz, wo Sie stehen. Das Formular dauert rund zwei Minuten, die Einschätzung ist kostenlos.
- 01 Anliegen
- 02 Projekt
- 03 Kontakt