Ratgeber · WordPress-Wartung
WordPress schneller machen: Ladezeit verbessern
WordPress machen Sie schneller, indem Sie zuerst mit PageSpeed Insights messen, wo die Seite bremst, und dann der Reihe nach Bilder verkleinern, einen Seiten-Cache einrichten, ungenutzte Plugins löschen und eine aktuelle PHP-Version nutzen. Ein einziger Seiten-Cache genügt, der des Hosters oder ein Cache-Plugin; mehrere Optimierungs-Plugins übereinander führen nach unserer Erfahrung zu Konflikten statt zu mehr Tempo.
Was bringt eine schnellere WordPress-Website?
Eine schnelle Website bringt Ihre Besucher ohne Warten zu dem, weshalb sie gekommen sind: Telefonnummer, Leistung, Anfrageformular, gerade auf dem Handy. Google empfiehlt gute Werte bei den Core Web Vitals, den drei Messwerten für Ladezeit, Reaktion und stabiles Layout, und schreibt, dass eine gute Nutzererfahrung zu dem passt, was die Ranking-Systeme belohnen wollen. Einen besseren Platz verspricht Google dafür nicht, und wir auch nicht. Der Nutzen für Ihre Besucher ist aber sofort da.
Wie messen Sie die Ladezeit Ihrer WordPress-Website?
Messen Sie mit PageSpeed Insights von Google unter pagespeed.web.dev, zuerst in der Ansicht für Mobilgeräte, und notieren Sie die Werte, bevor Sie etwas ändern. Nur so sehen Sie später, ob eine Änderung geholfen hat. Das Ergebnis hat zwei Teile:
- Daten echter Besucher: Oben zeigt das Werkzeug, wie schnell die Seite bei echten Chrome-Nutzern in den letzten 28 Tagen war. Diese Daten stammen aus dem Chrome-Nutzerbericht (CrUX). Hat die einzelne Seite zu wenige Besuche, zeigt das Werkzeug die Werte der ganzen Website; hat auch die Website zu wenige, fehlt dieser Teil.
- Labortest: Darunter simuliert das Werkzeug Lighthouse einen Seitenaufruf unter festgelegten Bedingungen, in der Ansicht für Mobilgeräte auf einem Mittelklasse-Handy im Mobilfunknetz, und vergibt eine Punktzahl. Ab 90 gilt sie als gut, 50 bis 89 als verbesserungswürdig, unter 50 als schlecht. Weil es eine Simulation ist, kann sie von den Daten echter Besucher abweichen.
Für die Core Web Vitals nennt Google diese Ziele, gemessen an drei von vier Seitenaufrufen (dem 75. Perzentil), getrennt nach Handy und Computer:
- Largest Contentful Paint (LCP), also bis das größte Element sichtbar ist, etwa das Titelbild: 2,5 Sekunden oder weniger.
- Interaction to Next Paint (INP), also wie schnell die Seite auf Tippen oder Klicken reagiert: 200 Millisekunden oder weniger.
- Cumulative Layout Shift (CLS), also wie stark Inhalte beim Laden verrutschen: 0,1 oder weniger.
Messen Sie auch eine Leistungsseite und die Kontaktseite. Haben Sie die Google Search Console eingerichtet, das kostenlose Werkzeug von Google für Website-Betreiber (Kapitel 9), zeigt deren Bericht „Core Web Vitals“, welche Gruppen ähnlicher Seiten auf dem Handy und am Computer „Gut“, „Optimierung erforderlich“ oder „Langsam“ sind, sobald genug Besuche zusammenkommen. Nehmen Sie die Punktzahl als Wegweiser, nicht als Note; wichtiger sind die Ursachen, die PageSpeed Insights darunter nennt.
Wie machen Sie Bilder in WordPress leichter?
Bilder werden leichter, wenn Sie sie vor dem Hochladen auf die Größe bringen, in der sie höchstens angezeigt werden, und ein modernes Format wie WebP oder AVIF nutzen. Ein Foto direkt vom Handy hat mehr Pixel, als eine Website-Spalte anzeigen kann. WordPress verkleinert zwar seit Version 5.3 Bilder, deren längere Seite über 2.560 Pixel liegt, automatisch auf diese Größe, behält aber das Original auf dem Server.
- Formate: WebP können Sie seit WordPress 5.8 hochladen, AVIF seit WordPress 6.5, jeweils wenn der Server es unterstützt. Ob das so ist, sehen Sie unter Werkzeuge → Website-Zustand im Reiter „Bericht“, Bereich „Medienverarbeitung“. Seit WordPress 7.1 übernimmt beim Hochladen im Block-Editor (Gutenberg), dem Bearbeitungsfenster für Seiten und Beiträge, mit Chrome oder Edge der Browser das Verkleinern und Komprimieren, sofern die Website über https läuft, also verschlüsselt; dann lassen sich AVIF-Bilder auch hochladen, wenn der Server sie nicht verarbeiten kann. In anderen Browsern arbeitet weiter der Server. Das Plugin, also die Erweiterung, Modern Image Formats vom Performance-Team von WordPress erzeugt aus neu hochgeladenen JPEG- und PNG-Bildern WebP- oder AVIF-Fassungen; bereits hochgeladene Bilder wandelt es nicht von selbst um.
- Lazy Loading: So heißt das späte Nachladen von Bildern, die erst beim Scrollen ins Bild kommen. WordPress erledigt das seit Version 5.5 selbst für Bilder mit Breiten- und Höhenangabe. Seit Version 6.3 lädt es die ersten Bilder einer Seite bewusst sofort und gibt dem voraussichtlich größten Bild Vorrang. Ein eigenes Plugin für Lazy Loading brauchen Sie dafür nicht.
- Responsive Bilder: Seit WordPress 4.4 bekommt der Browser bei Bildern aus der Mediathek, der Bildverwaltung von WordPress, mehrere Größen angeboten und lädt die passende, auf dem Handy also eine kleinere. Fügen Sie Bilder deshalb über die Mediathek ein, nicht über kopierte Bildadressen.
Wie Sie Fotos mit sprechenden Dateinamen und Alternativtext einbinden, steht in Kapitel 7.
Welches Cache-Plugin braucht WordPress?
Für WordPress genügt ein einziger Seiten-Cache: entweder der Ihres Hosters, also der Firma, auf deren Server Ihre Website liegt, oder ein Cache-Plugin. Zwei übereinander bringen nach unserer Erfahrung kein Tempo, sondern Fehler, und WordPress selbst lädt für den Seiten-Cache nur eine einzige Zusatzdatei (advanced-cache.php). Ein Seiten-Cache speichert die fertige Seite, statt sie bei jedem Aufruf neu aus PHP, der Programmiersprache von WordPress, und der Datenbank, in der Texte und Einstellungen liegen, zusammenzubauen. Bei Seiten, die für alle Besucher gleich aussehen, etwa Leistungsseiten, der Preisliste einer Fotografin oder der Speisekarte eines Cafés, spart das dem Server bei jedem Aufruf Arbeit. Dazu kommt der Browser-Cache: Der Browser Ihrer Besucher behält Bilder, Schriften und Stildateien für den nächsten Aufruf. Das stellen der Hoster oder ein Cache-Plugin über Angaben des Servers ein.
- Hoster fragen: Manche Hoster bringen einen eigenen Seiten-Cache mit, der im Kundenbereich ein- und ausgeschaltet wird. Ist er aktiv, brauchen Sie kein Cache-Plugin.
- Website-Zustand ansehen: Unter Werkzeuge → Website-Zustand prüft WordPress seit Version 6.1, ob ein Seiten-Cache erkannt wird und wie schnell der Server antwortet. Die Meldung „Seiten-Cache wurde erkannt und die Antwortzeit des Servers ist gut“ bedeutet: Hier ist nichts zu tun. Als gut gilt in der Grundeinstellung eine Antwort unter 600 Millisekunden.
- Sonst ein Plugin wählen: Die WordPress-Dokumentation nennt als Beispiele WP Super Cache, W3 Total Cache und Cache Enabler. Nehmen Sie nur eines und testen Sie danach als Besucher in einem privaten Fenster: Seiten aufrufen, Formular abschicken.
Betreiben Sie einen Shop mit WooCommerce, nehmen Sie die Seiten Warenkorb, Kasse und Mein Konto vom Cache aus, so verlangt es die WooCommerce-Dokumentation. Und nach jeder Änderung an Texten oder Design leeren Sie den Cache, sonst sehen Besucher noch die alte Fassung.
Wie misten Sie Plugins und Theme aus?
Löschen Sie Plugins, die Sie nicht nutzen, und prüfen Sie die übrigen einzeln, denn jedes Plugin kann beim Laden eigenen Code mitbringen. Die WordPress-Dokumentation nennt das Deaktivieren und Löschen unnötiger Plugins als wirksamen Weg zu mehr Tempo. So gehen Sie vor:
- Legen Sie eine Sicherung an. Arbeiten Sie am besten in einer Testumgebung (Staging), also einer nicht öffentlichen Kopie der Website, falls Ihr Hoster eine anbietet.
- Deaktivieren Sie ein Plugin, messen Sie erneut, aktivieren Sie es wieder. So finden Sie das Plugin, das bremst.
- Für ein bremsendes Plugin suchen Sie eine schlankere Lösung oder fragen im Support des Herstellers nach. Plugins, die Sie nicht mehr brauchen, löschen Sie ganz, statt sie nur zu deaktivieren (Kapitel 6).
Beim Theme, der Gestaltungsvorlage, gilt dasselbe: Schieberegler, Animationen und mehrere Schriften kosten Ladezeit (Kapitel 4). Auch ein Page-Builder wie Elementor, also ein Plugin zum Bauen von Seiten mit der Maus, bringt eigenen Code für seine Bausteine mit. Eine langsame Website muss das nicht ergeben; Elementor beschreibt in seiner Hilfe selbst, wie man beschleunigt, etwa mit Caching und ohne ungenutzte Plugins und Schriften. Ein Umbau nur wegen der Ladezeit ist nach unserer Erfahrung nicht der erste Schritt. Diese Website haben wir übrigens ohne Page-Builder gebaut, mit einem eigenen schlanken Theme und dem Block-Editor (Kapitel 5). Das ist eine Entscheidung für weniger Technik, kein Urteil über andere Werkzeuge.
Was bringen PHP-Version und Hosting?
Eine aktuelle PHP-Version und ein Server mit genug Leistung sind die Grundlage, auf der alle anderen Maßnahmen wirken. WordPress empfiehlt PHP 8.3 oder neuer. Ältere Versionen ab 7.4 funktionieren zwar, haben aber laut wordpress.org ihr offizielles Lebensende erreicht und können die Website Sicherheitslücken aussetzen. Laut WordPress-Handbuch arbeiten neuere PHP-Versionen in der Regel auch schneller.
- Version prüfen: Unter Werkzeuge → Website-Zustand, Reiter „Bericht“, Bereich „Server“. Läuft eine alte Version, meldet WordPress im Reiter „Zustand“: „Deine Website wird mit einer älteren PHP-Version … ausgeführt“.
- Umstellen: Im Kundenbereich Ihres Hosters, vorher mit Sicherung und am besten erst in der Testumgebung. Zeigt die Website danach „Auf dieser Website ist ein kritischer Fehler aufgetreten“, hilft der Ratgeber Kritischer Fehler in WordPress.
- Hosting: Laut WordPress-Handbuch hat die Leistung des Servers großen Einfluss auf das Tempo. Antwortet der Server trotz Seiten-Cache langsam, sprechen Sie mit Ihrem Hoster über den Tarif. Worauf Sie bei der Auswahl achten, steht in Kapitel 2.
Warum bremsen externe Schriften und Skripte?
Externe Schriften und Skripte bremsen, weil der Browser dafür zusätzlich fremde Server ansprechen muss, bevor die Seite fertig ist. Beispiele sind Schriften von Google Fonts, eingebettete Karten und Videos, Chat-Fenster, Bewertungs-Widgets und Statistik-Dienste.
Dazu kommt der Datenschutz: Wird etwas von einem fremden Server geladen, erfährt dessen Anbieter mindestens die IP-Adresse Ihrer Besucher. Was das rechtlich bedeutet, steht im Überblick in Kapitel 8; im Einzelfall klären Sie es mit einer Anwältin oder einem Anwalt, Ihrer Kammer oder Ihrem Verband. Für Tempo und Datenschutz hilft dasselbe:
- Schriften vom eigenen Server laden und nur die Schriftschnitte einbinden, die Sie verwenden. Diese Website lädt ihre Schriften ebenfalls vom eigenen Server.
- Karten und Videos erst nach einem Klick laden, mit einem Vorschaubild davor.
- Eingebundene Dienste entfernen, die niemand mehr braucht.
Was sollten Sie beim Schnellermachen nicht tun?
Installieren Sie nicht mehrere Optimierungs-Plugins übereinander. Zwei Caches, ein Bild-Plugin, ein Lazy-Load-Plugin und ein Plugin zum Zusammenfassen von Dateien greifen in dieselben Abläufe ein und kommen sich nach unserer Erfahrung gegenseitig in die Quere. Das Ergebnis sind schwer auffindbare Fehler statt doppeltem Tempo. Außerdem begegnen uns immer wieder diese Fehler:
- Alle Schalter auf einmal umlegen. Cache-Plugins bieten an, Stil- und Skriptdateien zu verkleinern, zusammenzufassen oder später zu laden. Das kann Menüs, Formulare oder Einwilligungs-Banner lahmlegen. Schalten Sie eine Funktion nach der anderen ein und testen Sie dazwischen.
- Ohne Sicherung aufräumen. Plugins, die die Datenbank „bereinigen“, löschen Daten, etwa ältere Fassungen Ihrer Seiten. Vorher sichern.
- Der vollen Punktzahl hinterherjagen. Ob der Labortest 92 oder 100 Punkte zeigt, ist für Ihre Kunden weniger wichtig als die Werte echter Besucher und ein Formular, das funktioniert.
Wenn Sie das nicht selbst im Blick behalten möchten: In unserer WordPress-Wartung für 69 € im Monat zzgl. MwSt. aktualisieren wir WordPress, Theme und Plugins mit Sicherung vorher und Prüfung danach und behalten die Ladezeit im Blick.
Zum Abhaken
Checkliste: Ladezeit verbessert
Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.
Häufige Fragen dazu
Welches Cache-Plugin ist das richtige für WordPress?
Das, das zu Ihrem Hoster passt, und nur eines. Bringt der Hoster einen eigenen Seiten-Cache mit, brauchen Sie kein Plugin. Sonst nennt die WordPress-Dokumentation zum Beispiel WP Super Cache, W3 Total Cache und Cache Enabler. Nach der Einrichtung testen Sie Seiten und Formulare als Besucher.
Woran sehe ich, ob meine WordPress-Website einen Cache hat?
Unter Werkzeuge → Website-Zustand prüft WordPress seit Version 6.1, ob ein Seiten-Cache erkannt wird und wie schnell der Server antwortet. Erscheint dort „Seiten-Cache wurde erkannt und die Antwortzeit des Servers ist gut“, ist ein Cache aktiv und der Server schnell genug.
Welche Werte sollte meine WordPress-Website bei PageSpeed Insights erreichen?
Google nennt für die Core Web Vitals als gute Werte: Largest Contentful Paint bis 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint bis 200 Millisekunden und Cumulative Layout Shift bis 0,1, jeweils bei drei von vier Seitenaufrufen. Die Punktzahl des Labortests gilt ab 90 als gut; die Werte echter Besucher sind aber aussagekräftiger.
Brauche ich ein Plugin für Lazy Loading?
Nein. WordPress lädt Bilder seit Version 5.5 von selbst erst dann, wenn sie ins Bild scrollen, sofern Breite und Höhe angegeben sind. Seit Version 6.3 lädt es die ersten Bilder einer Seite bewusst sofort. Ein zusätzliches Plugin für dieselbe Aufgabe kann sich damit in die Quere kommen.
Macht Elementor WordPress langsam?
Ein Page-Builder wie Elementor bringt eigenen Code für seine Bausteine mit, eine langsame Website muss das nicht ergeben. Elementor beschreibt in seiner Hilfe selbst, wie man beschleunigt: ungenutzte Plugins entfernen, nicht benötigte externe Schriften abschalten, Caching nutzen. Vor einem Umbau lohnen sich Bilder, Cache und Ausmisten.
Kann eine neue PHP-Version meine WordPress-Website kaputt machen?
Das kann passieren, wenn ein älteres Plugin oder Theme nicht zur neuen Version passt. Legen Sie deshalb vor der Umstellung eine Sicherung an und testen Sie die neue Version am besten in einer Testumgebung. Notfalls stellen Sie die PHP-Version im Kundenbereich des Hosters vorübergehend zurück.
Belege Quellen anzeigen (19)
- web.dev (Google): Web Vitals, Grenzwerte und 75. Perzentil
- Google Search Central: Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse
- Google for Developers: Über PageSpeed Insights (Felddaten aus CrUX, 28 Tage, Punktzahl)
- Search-Console-Hilfe: Core Web Vitals-Bericht
- Make WordPress Core: Introducing handling of big images in WordPress 5.3 (2.560 Pixel)
- Make WordPress Core: WordPress 5.8 adds WebP support
- Make WordPress Core: WordPress 6.5 adds AVIF support
- Make WordPress Core: Client-Side Media Processing in WordPress 7.1
- WordPress-Plugin-Verzeichnis: Modern Image Formats (WordPress Performance Team)
- Make WordPress Core: Lazy-loading images in 5.5
- Make WordPress Core: Image performance enhancements in WordPress 6.3
- WordPress Developer Resources: Responsive Images
- WordPress Advanced Administration Handbook: Cache
- WordPress Developer Resources: _get_dropins() (advanced-cache.php)
- WordPress Advanced Administration Handbook: Optimization (Plugins, Hosting, PHP)
- Make WordPress Core: New cache Site Health checks in WordPress 6.1 (600 Millisekunden)
- WooCommerce Developer Docs: Configuring caching plugins
- WordPress.org: Requirements (empfohlene PHP-Version)
- Elementor Help Center: Speed up a slow site
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