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Kapitel 04 von 10

WordPress-Theme wählen: worauf es ankommt

Ein gutes WordPress-Theme wird regelmäßig aktualisiert, lädt schnell, funktioniert auf dem Handy und passt zu Ihrem Editor. Für den Block-Editor wählen Sie ein Blocktheme, für Elementor ein schlankes klassisches Theme, und Sie prüfen es in der Live-Vorschau mit echten Texten, bevor Sie es aktivieren.

Michael Mand, Webdesign mit WordPress Veröffentlicht am 2. Dezember 2025 · aktualisiert am 2. November 2026 · 6 Min. Lesezeit

Was ist ein WordPress-Theme?

Ein Theme ist die Gestaltungsvorlage Ihrer WordPress-Website: Es bestimmt Kopfzeile, Fußzeile, Schriften, Farben, Abstände und wie Seiten dargestellt werden. Ihre Inhalte, also Texte, Bilder und Seiten, liegen dagegen in WordPress selbst. Wechseln Sie das Theme, bleiben die Inhalte erhalten und sehen anders aus.

Ein Theme ist nicht dafür da, Funktionen wie Formulare, Bewertungen oder Buchungen mitzubringen. Verspricht ein Theme das alles, binden Sie sich daran: Beim Wechsel sind diese Funktionen weg. Faustregel: Das Theme sorgt für das Aussehen, Plugins (Erweiterungen) sorgen für Funktionen.

Blocktheme oder klassisches Theme: Was ist der Unterschied?

Ein Blocktheme bearbeiten Sie komplett mit dem Block-Editor, dem in WordPress eingebauten Werkzeug, das Seiten aus Bausteinen (Blöcken) zusammensetzt; ein klassisches Theme hat feste Vorlagen im Code und eigene Einstellungsseiten. Bei einem Blocktheme passen Sie unter Design → Editor nicht nur Seiten an, sondern auch Kopfzeile, Fußzeile und Vorlagen, alles mit denselben Blöcken. Die aktuellen Standard-Themes von WordPress, etwa „Twenty Twenty-Five“, sind so gebaut.

Bei klassischen Themes gestalten Sie über Design → Customizer (ein Einstellungsbereich mit Live-Vorschau) oder über eigene Einstellungsseiten des Themes. Klassisch aufgebaut sind zum Beispiel schlanke Themes, die für Page-Builder wie Elementor gedacht sind, also für Plugins, mit denen Sie Seiten in einer Live-Ansicht mit der Maus zusammenbauen.

Beides funktioniert. Wenn Sie mit dem Block-Editor arbeiten wollen, passt ein Blocktheme besser. Wenn Sie Elementor nutzen, ist ein schlankes klassisches Theme üblich, das dem Page-Builder wenig im Weg steht. Die Entscheidung über den Editor treffen Sie in Kapitel 5; lesen Sie es ruhig vorher, wenn Sie unsicher sind.

Woran erkennen Sie ein gutes WordPress-Theme?

Ein gutes Theme wird regelmäßig aktualisiert, hat einen Support, der antwortet, lädt schnell und funktioniert auf dem Handy. Im Theme-Verzeichnis auf wordpress.org und bei kommerziellen Anbietern ist die Auswahl groß. Diese Fragen trennen brauchbare von problematischen Themes:

  • Wird es gepflegt? Schauen Sie, wann das letzte Update erschien und welche WordPress- und PHP-Version das Theme mindestens voraussetzt. Ein Theme ohne Updates ist ein Sicherheitsrisiko.
  • Gibt es Support? Im Verzeichnis auf wordpress.org hat jedes Theme ein Support-Forum. Lesen Sie, ob Fragen beantwortet werden.
  • Wie schwer ist es? Öffnen Sie die Demo, also die Beispielseite des Herstellers, auch auf dem Handy. Schieberegler, Animationen und viele Schriften machen eine Seite langsamer.
  • Passt es zu Ihrem Inhalt? Ein Theme mit großen Bildflächen braucht viele gute Fotos. Haben Sie wenige, wirkt die Seite leer.
  • Ist es auf Barrierefreiheit ausgelegt? Im Verzeichnis auf wordpress.org können Sie nach dem Merkmal „Accessibility Ready“ filtern. Diese Themes wurden auf Grundlagen wie Tastaturbedienung und Kontraste geprüft. Das ist eine Mindestprüfung des Themes. Ob Ihre fertige Website barrierefrei ist, hängt auch von Texten, Bildern und Farben ab; mehr dazu in Kapitel 8.
  • Passt es zu Ihrem Editor? Manche Themes sind für einen bestimmten Page-Builder gebaut, andere für den Block-Editor. In der Beschreibung steht, wofür.

Bewertungen und Installationszahlen geben einen Hinweis, ersetzen aber nicht den eigenen Test.

Reicht ein kostenloses Theme oder sollten Sie eines kaufen?

Für eine kleine Firmenwebsite reicht ein kostenloses Theme aus dem Verzeichnis auf wordpress.org nach unserer Erfahrung aus. Diese Themes werden vor der Aufnahme ins Verzeichnis geprüft. Gekaufte Themes bieten mehr Vorlagen, Einstellungen und direkten Support. Das kann sich lohnen, bringt aber auch mehr Code mit, den Sie vielleicht nie nutzen, und je nach Anbieter eine Lizenz, die jährlich verlängert werden muss, damit es Updates gibt. Was ein Theme im Gesamtbudget ausmacht, steht im Ratgeber Was kostet eine WordPress-Website?.

Kaufen Sie Themes nur beim Hersteller selbst oder auf bekannten Marktplätzen. Kostenlos angebotene Kopien von Bezahl-Themes („nulled“) können Schadcode enthalten und bekommen keine Updates.

Wie installieren und testen Sie ein Theme?

Sie installieren ein Theme unter Design → Themes, prüfen es in der Live-Vorschau mit echten Texten und aktivieren es erst danach:

  1. Unter Design → Themes → Theme hinzufügen suchen Sie im Verzeichnis oder laden ein gekauftes Theme als ZIP-Datei hoch.
  2. Legen Sie unter Seiten → Seite hinzufügen zwei, drei Seiten mit echtem Text aus Ihrem Inhaltsordner an. Mit Platzhaltertext sieht jedes Theme gut aus.
  3. Öffnen Sie vor dem Aktivieren die Live-Vorschau. Sie sehen Ihre Website mit dem neuen Theme, ohne dass Besucher etwas merken.
  4. Prüfen Sie dort Kopfzeile, Menü, Fußzeile und eine Seite mit Bild, auch in der Handy-Ansicht der Vorschau.
  5. Passt alles, aktivieren Sie das Theme und löschen die Themes, die Sie nicht brauchen. Ein aktuelles Standard-Theme können Sie als Rückfall behalten. Danach schauen Sie die Website noch einmal auf dem eigenen Handy an.

Sollten Sie die Demo-Inhalte eines Themes importieren?

Nur mit Vorsicht: Ein kompletter Demo-Import kann neben Beispielseiten zusätzliche Plugins, Bilder und Menüs mitbringen, die Sie danach wieder entfernen müssen. Verlockend ist er trotzdem, weil sofort alles fertig aussieht.

Unser Rat: Importieren Sie, wenn überhaupt, einzelne Vorlagen für einzelne Seiten. Schauen Sie danach unter Plugins nach, was der Import nachinstalliert hat, und löschen Sie, was Sie nicht brauchen.

Wie passen Sie das Theme an, ohne sich etwas zu verbauen?

Farben, Schriften und Logo stellen Sie in den Einstellungen des Themes ein, nicht in seinen Dateien; das überlebt jedes Update. Bei Blockthemes finden Sie unter Design → Editor → Stile die zentralen Einstellungen für die ganze Website: Farbpalette, Schriften, Größen, Abstände. Legen Sie das dort einmal fest, statt auf jeder Seite einzeln Farben zu vergeben. Ändern Sie später die Hauptfarbe, ändert sie sich überall.

Die wichtigste Regel: Was Sie im Website-Editor (Design → Editor) oder im Customizer einstellen, speichert WordPress in der Datenbank, nicht in den Dateien des Themes. Deshalb geht es bei Updates des Themes nicht verloren. Wechseln Sie später das Theme, richten Sie diese Einstellungen neu ein. Was Sie direkt in den Dateien des Themes ändern, ist mit dem nächsten Update weg.

Wenn Sie Code ändern müssen, gibt es zwei saubere Wege: ein Child-Theme, ein kleines Zusatz-Theme, das nur Ihre Änderungen enthält und auf dem eigentlichen Theme aufbaut; das geht bei klassischen und bei Blockthemes. Für kleine Ergänzungen reicht das Feld für zusätzliches CSS (die Sprache für Gestaltungsregeln) im Editor oder Customizer. Für Einstellungen im Website-Editor oder Customizer brauchen Sie kein Child-Theme.

Halten Sie die Gestaltung schlicht: zwei Schriften, eine Hauptfarbe für Knöpfe und Links, genug Weißraum. Ihre Fotos und Texte sollen wirken, nicht das Theme.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Kapitel geht es um den Editor, also das Werkzeug, mit dem Sie Ihre Seiten bauen: den eingebauten Block-Editor, oft Gutenberg genannt, oder den Page-Builder Elementor. Das Theme als Grundgerüst Ihrer Gestaltung steht dann bereits.

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Checkliste: Theme gewählt

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Häufige Fragen zu diesem Kapitel

Was ist der Unterschied zwischen Blocktheme und klassischem Theme?

Bei einem Blocktheme bearbeiten Sie auch Kopfzeile, Fußzeile und Vorlagen mit Blöcken im Editor unter Design → Editor. Ein klassisches Theme hat feste Vorlagen im Code und wird über den Customizer oder eigene Einstellungsseiten angepasst.

Reicht ein kostenloses WordPress-Theme für eine Firmenwebsite?

Nach unserer Erfahrung ja. Themes aus dem Verzeichnis auf wordpress.org werden vor der Aufnahme geprüft. Gekaufte Themes bieten mehr Vorlagen und direkten Support, bringen aber auch mehr Code und eine Lizenz mit. Entscheidend ist, ob das Theme gepflegt wird und zu Ihren Inhalten passt.

Kann ich das WordPress-Theme später wechseln?

Ja, Texte und Bilder bleiben erhalten. Was am Theme hängt, etwa eigene Seitenvorlagen, Einstellungen oder mitgebrachte Funktionen, müssen Sie neu einrichten. Deshalb sollten Funktionen in Plugins stecken, nicht im Theme.

Brauche ich ein Child-Theme?

Nur, wenn Sie Dateien des Themes ändern wollen, etwa Vorlagen oder Funktionen. Ein Child-Theme enthält nur Ihre Änderungen und übersteht so Updates des eigentlichen Themes; das gilt für klassische und für Blockthemes. Was Sie im Website-Editor oder im Customizer einstellen, etwa Farben, Schriften oder zusätzliches CSS, bleibt bei Updates ohnehin erhalten; dafür brauchen Sie kein Child-Theme.

Sollte ich die Demo-Inhalte eines Themes importieren?

Nur mit Vorsicht. Ein vollständiger Import kann Plugins, Seiten und Bilder mitbringen, die Sie nicht brauchen. Besser einzelne Vorlagen übernehmen und danach unter Plugins prüfen, was nachinstalliert wurde.

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