Kapitel 03 von 10
WordPress installieren und einrichten
WordPress installieren Sie mit dem Installer Ihres Hosters oder von Hand: Download von de.wordpress.org, Datenbank anlegen, Dateien per SFTP hochladen, Installation im Browser starten. Danach legen Sie einen Administrator ohne Namen wie „admin“ an, stellen die Permalinks auf „Beitragsname“ und löschen die Beispielinhalte.
Wie kommt WordPress auf Ihr Hosting?
WordPress installieren Sie entweder mit dem Installer Ihres Hosters oder von Hand. Der Installer ist ein Assistent im Kundenbereich: Sie wählen „WordPress installieren“, geben Domain, Benutzername und E-Mail-Adresse an, und der Hoster richtet Datenbank und Verbindung selbst ein. Wenn Ihr Hoster einen Installer hat, ist das der einfachere Weg.
Von Hand installieren Sie, wenn es keinen Installer gibt oder Sie genau wissen wollen, was passiert. Das braucht etwas mehr Sorgfalt, ist aber kein Hexenwerk. Beide Wege führen zu einer frischen WordPress-Installation, die Sie danach einrichten. Installer bringen manchmal eigene Plugins des Hosters mit; was davon Sie brauchen, prüfen Sie weiter unten.
Wie installieren Sie WordPress von Hand?
Von Hand sind es fünf Schritte: herunterladen, Datenbank anlegen, Dateien hochladen, Installation starten, Website-Daten eintragen.
- WordPress herunterladen. Die aktuelle deutsche Fassung gibt es auf de.wordpress.org. Laden Sie WordPress nur von dort.
- Datenbank anlegen. In der Datenbank speichert WordPress Ihre Texte und Einstellungen. Legen Sie im Kundenbereich des Hosters eine neue Datenbank mit eigenem Benutzer und starkem Passwort an und notieren Sie Datenbankname, Benutzer, Passwort und Datenbankserver.
- Dateien hochladen. Entpacken Sie das Paket auf Ihrem Rechner und laden Sie den Inhalt des Ordners „wordpress“ per SFTP, also verschlüsselter Dateiübertragung, in das Verzeichnis, auf das Ihre Domain zeigt. Programme wie FileZilla oder WinSCP helfen dabei.
- Installation starten. Rufen Sie Ihre Domain im Browser auf. WordPress fragt nach den Datenbankdaten und legt die Konfigurationsdatei wp-config.php selbst an.
- Website-Daten eintragen. Titel der Website, Benutzername, Passwort und E-Mail-Adresse. Danach ist WordPress installiert.
Darf WordPress die Konfigurationsdatei nicht selbst schreiben, zeigt es Ihnen den Inhalt an, und Sie legen die Datei von Hand an. Das beschreibt die Installationsanleitung auf wordpress.org ausführlich.
Wie legen Sie den ersten Benutzer sicher an?
Der erste Benutzer bekommt einen Namen, der schwer zu erraten ist, ein langes zufälliges Passwort und eine E-Mail-Adresse, die Sie lesen. Dieser Benutzer ist Administrator und darf alles. Die Entscheidungen hier ändert man später nur mit Mühe:
- Kein Benutzername wie „admin“ oder der Firmenname. Solche Namen probieren automatisierte Angriffe zuerst aus.
- Ein langes, zufälliges Passwort aus einem Passwort-Manager. WordPress schlägt selbst eines vor, das Sie übernehmen können.
- Eine E-Mail-Adresse, die Sie lesen. Dorthin schickt WordPress Hinweise zu Updates und Fehlern und den Link, wenn Sie das Passwort vergessen.
- Für jede Person ein eigenes Konto. Wer später aus dem Team Texte pflegt, bekommt ein eigenes Konto mit der Rolle „Redakteur“, nicht Ihre Zugangsdaten.
Eine Anmeldung in zwei Schritten (Zwei-Faktor: Passwort plus Code vom Handy) rüsten Sie mit einem Plugin nach, also einer Erweiterung für WordPress. Dazu mehr in Kapitel 6.
Welche Grundeinstellungen sollten sofort sitzen?
Gleich nach der Installation stellen Sie Titel, Sprache, Zeitzone, Permalinks, Kommentare und die Sichtbarkeit für Suchmaschinen ein. Melden Sie sich dafür unter ihredomain.de/wp-admin im Backend an, dem Verwaltungsbereich von WordPress:
- Einstellungen → Allgemein: Titel der Website (Ihr Firmenname), Untertitel (in einem Satz, was Sie tun), Sprache Deutsch, Zeitzone Berlin, Datumsformat. Prüfen Sie, ob beide Adressen (WordPress-Adresse und Website-Adresse) mit https:// beginnen. Notieren Sie vorher die alten Werte und stellen Sie auf https:// erst um, wenn das Zertifikat aktiv ist. Ein Tippfehler in diesen Feldern sperrt Sie aus dem Backend aus; dann hilft Ihr Hoster.
- Einstellungen → Permalinks: Permalinks sind die dauerhaften Adressen Ihrer Seiten. Stellen Sie auf „Beitragsname“. Dann tragen alle Adressen nur den Namen, etwa ihredomain.de/badsanierung/ oder ihredomain.de/neue-werkstatt/, ohne Datum und ohne Nummer. Machen Sie das jetzt, nicht erst, wenn schon Seiten verlinkt sind.
- Einstellungen → Diskussion: Wenn Sie keine Kommentare wollen, schalten Sie sie hier für neue Inhalte ab. Kommentare lohnen sich nur, wenn Sie sie auch beantworten und Spam aussortieren.
- Einstellungen → Lesen: Solange die Website im Aufbau ist, setzen Sie den Haken bei „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“; bei der Installation von Hand geht das schon im Installationsformular. Das ist eine Bitte, an die sich nicht alle Suchmaschinen halten. Sicher verbergen Sie die Baustelle mit einem Passwortschutz für das Verzeichnis, den Sie im Kundenbereich des Hosters einrichten, falls Ihr Tarif das anbietet. In Kapitel 10 nehmen Sie den Haken wieder heraus und entfernen auch den Passwortschutz.
- Benutzer → Profil: Vorname, Nachname und den öffentlichen Namen eintragen, damit auf der Website Ihr Name steht und nicht der Anmeldename. Ganz verbergen lässt sich der Anmeldename damit nicht. Deshalb kommt es auf das lange Passwort und die Zwei-Faktor-Anmeldung an (Kapitel 6).
Was können Sie nach der Installation löschen?
Löschen können Sie die Beispielinhalte, ungenutzte Plugins und ungenutzte Themes. Eine frische Installation bringt mit:
- Den Beitrag „Hallo Welt!“ und den Beispielkommentar.
- Die „Beispielseite“ und je nach Version einen Entwurf der Datenschutzerklärung, den Sie in Kapitel 8 ohnehin neu fassen.
- Plugins, die Sie nicht nutzen. Manche Hoster installieren eigene Plugins mit; prüfen Sie unter Plugins, was davon Sie brauchen.
- Themes, die Sie nicht nutzen. Ein Theme ist die Gestaltungsvorlage der Website. Behalten Sie ein aktuelles Standard-Theme als Rückfall und löschen Sie die übrigen, sobald Ihr Theme in Kapitel 4 feststeht.
Weniger installierte Teile heißt: weniger Updates und weniger mögliche Sicherheitslücken. WordPress selbst rät im Website-Zustand, ungenutzte Plugins und Themes zu entfernen.
Wo sehen Sie, ob WordPress richtig läuft?
Unter Werkzeuge → Website-Zustand zeigt WordPress, ob mit der Einrichtung etwas nicht stimmt: veraltete PHP-Version, fehlendes HTTPS, installierte, aber inaktive Plugins. Schauen Sie dort nach der Installation hinein und arbeiten Sie die Hinweise ab. Was Sie nicht verstehen, fragen Sie Ihren Hoster, denn manche Punkte betreffen den Server. Haben Sie die Baustelle mit einem Passwort geschützt, kann der Website-Zustand Fehler bei Verbindungen der Website zu sich selbst melden (etwa „Loopback“ oder „REST-API“). Solange der Schutz besteht, kann WordPress dann auch geplante Aufgaben und automatische Updates nicht selbst anstoßen. Schauen Sie in dieser Zeit unter Dashboard → Aktualisierungen selbst nach Updates. Fällt der Schutz vor dem Livegang weg, verschwinden diese Meldungen; bleiben sie, fragen Sie Ihren Hoster.
Unter Dashboard → Aktualisierungen sehen Sie, ob Updates anstehen. WordPress selbst aktualisiert sich standardmäßig automatisch, bei Installationen ab WordPress 5.6 auch auf neue Hauptversionen. Für Plugins und Themes können Sie automatische Updates einzeln einschalten. Vor größeren Updates sollte immer eine frische Sicherung da sein.
Was tun, wenn bei der Installation etwas schiefgeht?
Vergleichen Sie zuerst Ihre Angaben mit denen im Kundenbereich des Hosters: Datenbankdaten, Adressen und Ordner. Dahinter steckt nach unserer Erfahrung meist eine falsche Angabe oder eine fehlende Einstellung. Diese Fälle begegnen uns immer wieder:
„Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung“: Eine der Datenbankangaben stimmt nicht. Prüfen Sie besonders den Datenbankserver: Er heißt nicht immer „localhost“, Ihr Hoster nennt Ihnen den richtigen Namen.
Der Browser zeigt „Nicht sicher“: Das SSL-Zertifikat ist noch nicht aktiv oder WordPress läuft noch unter http://. Prüfen Sie beides im Kundenbereich und unter Einstellungen → Allgemein.
WordPress liegt im falschen Ordner: Erscheint die Website nur unter ihredomain.de/wordpress/, liegen die Dateien eine Ebene zu tief. Einfach verschieben reicht nicht: WordPress hat sich bei der Installation die Adresse mit /wordpress/ gemerkt, und ohne Anpassung kommen Sie nicht mehr ins Backend. Ist die Installation noch leer, ist eine neue Installation der einfachere Weg, diesmal mit dem Inhalt des Ordners „wordpress“ direkt im Verzeichnis der Domain; die alte entfernen Sie im Kundenbereich oder lassen sie vom Hoster entfernen. Wollen Sie die Installation behalten, gilt die Reihenfolge aus der Anleitung „Migrating WordPress“ auf developer.wordpress.org: zuerst unter Einstellungen → Allgemein die WordPress-Adresse und die Website-Adresse auf ihredomain.de ohne /wordpress/ umstellen und speichern, erst danach die Dateien verschieben und unter Einstellungen → Permalinks einmal speichern. Liegt im Verzeichnis der Domain noch eine Platzhalterseite des Hosters, entfernen Sie sie vor dem Verschieben. Haben Sie schon Bilder eingefügt, zeigen deren Adressen danach noch auf /wordpress/; wie Sie das korrigieren, steht in derselben Anleitung. Bis die Dateien am neuen Ort liegen, ist die Website nicht erreichbar. Trauen Sie sich das nicht zu, lassen Sie sich von Ihrem Hoster helfen.
Die Seite sieht ohne Gestaltung aus oder Bilder fehlen: Die Adressen unter Einstellungen → Allgemein zeigen noch auf http:// oder eine alte Domain. Gleichen Sie sie an die tatsächliche Adresse an und leeren Sie den Browser-Speicher. Notieren Sie vorher die alten Werte und prüfen Sie die neue Adresse Zeichen für Zeichen: Ein Tippfehler in diesen Feldern sperrt Sie aus dem Backend aus; dann hilft Ihr Hoster.
Sie kommen nicht mehr ins Backend: Über „Passwort vergessen?“ auf der Anmeldeseite schickt WordPress einen Link an die hinterlegte E-Mail-Adresse. Kommt keine Mail an, hilft Ihr Hoster, oder Sie setzen das Passwort über die Datenbankverwaltung im Kundenbereich zurück.
Wie geht es weiter?
Im nächsten Kapitel wählen Sie das Theme, also die Gestaltungsvorlage Ihrer Website, und erfahren, woran Sie ein gutes von einem schwerfälligen Theme unterscheiden. Bis dahin sollte WordPress laufen, die Grundeinstellungen sitzen und die Beispielinhalte gelöscht sein.
Zum Abhaken
Checkliste: WordPress installiert und eingerichtet
Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.
Häufige Fragen zu diesem Kapitel
Soll ich WordPress über den Hoster oder von Hand installieren?
Über den Installer des Hosters, wenn es einen gibt. Im Kern ist das Ergebnis dasselbe, es geht schneller und Datenbank und Konfiguration richtet der Hoster ein. Von Hand installieren Sie, wenn es keinen Installer gibt.
Wo bekomme ich WordPress auf Deutsch?
Auf de.wordpress.org. Laden Sie WordPress nur von dort. Die Sprache lässt sich auch nach der Installation unter Einstellungen → Allgemein umstellen.
Welche Permalink-Einstellung ist für eine Firmenwebsite richtig?
„Beitragsname“. Dann steht in jeder Adresse nur der Name der Seite oder des Beitrags, etwa /badsanierung/, ohne Datum oder Nummer. Das ist für Besucher und Suchmaschinen verständlich. Stellen Sie das direkt nach der Installation unter Einstellungen → Permalinks ein.
Wie verhindere ich, dass Google die halbfertige WordPress-Seite findet?
Unter Einstellungen → Lesen den Haken bei „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ setzen; bei der Installation von Hand geht das schon im Installationsformular. Das ist eine Bitte, an die sich nicht alle Suchmaschinen halten. Sicher verbergen Sie die Baustelle mit einem Passwortschutz für das Verzeichnis, den Sie im Kundenbereich des Hosters einrichten, falls Ihr Tarif das anbietet. Vor dem Livegang, also bevor die Website öffentlich startet, beides wieder entfernen.
Was bedeutet „Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung“?
WordPress erreicht die Datenbank nicht. Eine Angabe ist falsch: Datenbankname, Benutzer, Passwort oder Datenbankserver. Vergleichen Sie die Werte in der Datei wp-config.php mit denen im Kundenbereich Ihres Hosters.
Belege Quellen anzeigen (6)
- WordPress auf Deutsch herunterladen (de.wordpress.org)
- WordPress Advanced Administration Handbook: How to install WordPress
- WordPress-Dokumentation: Site Health Screen
- WordPress Advanced Administration Handbook: Migrating WordPress (Adressen ändern, Ordner wechseln)
- WordPress Advanced Administration Handbook: Hardening WordPress
- WordPress-Dokumentation: Settings Permalinks Screen
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