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Kapitel 10 von 10

WordPress-Website live schalten: Checkliste und Pflege

Vor dem Livegang prüfen Sie Inhalte, Links, Formular, HTTPS, Benutzer und Sicherung, setzen bei einem Relaunch Weiterleitungen und entfernen dann unter Einstellungen → Lesen den Haken „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“. Danach braucht die Website einen festen monatlichen Pflegetermin für Updates, Sicherungen, Inhalte und den Blick in die Search Console.

Michael Mand, Webdesign mit WordPress Veröffentlicht am 13. Januar 2026 · aktualisiert am 2. November 2026 · 6 Min. Lesezeit

Wie planen Sie den Livegang Ihrer WordPress-Website?

Legen Sie für den Livegang, also den Moment, in dem die Website öffentlich startet, einen festen Termin an einem ruhigen Werktag fest. Nicht den Freitagnachmittag vor dem Urlaub: Wenn etwas hakt, wollen Sie Zeit haben und Ihren Hoster erreichen können. Gehen Sie vorher die Punkte in diesem Kapitel der Reihe nach durch; die Checkliste unten fasst sie zum Abhaken zusammen.

Sagen Sie Ihrem Team vorher Bescheid. Wer am Telefon sitzt, sollte wissen, dass die neue Website online geht, was sich für Kunden ändert und wohin Anfragen aus dem Formular jetzt laufen. So wird die erste Anfrage über die neue Website nicht übersehen.

Was prüfen Sie an Inhalten und Funktionen vor dem Freischalten?

Prüfen Sie alle Seiten, alle Links und das Formular, auf dem Rechner und auf dem Handy:

  • Alle Seiten durchklicken. Gibt es Tippfehler, Platzhaltertexte, leere Abschnitte, fehlende Bilder?
  • Alle Links testen, auch Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Bei einer kleinen Website reicht Durchklicken.
  • Formular abschicken und prüfen, ob die Nachricht ankommt, auch im Spam-Ordner. Kommen Mails von WordPress nicht an, hilft ein Plugin, das über das Postfach Ihres Hosters versendet (SMTP, das Verfahren für den Mailversand mit Anmeldung).
  • Impressum und Datenschutz sind in der Fußzeile jeder Seite verlinkt und auf dem aktuellen Stand (Kapitel 8).
  • Website-Icon, das kleine Bild im Browser-Tab, ist unter Einstellungen → Allgemein im Feld „Website-Icon“ gesetzt. Dort steht es seit WordPress 6.5, unabhängig vom Theme.
  • Fehlerseite: Rufen Sie eine Adresse auf, die es nicht gibt, etwa ihredomain.de/test-404. Erscheint eine hilfreiche Seite mit einem Weg zurück?

Was prüfen Sie an Technik und Sicherheit?

Prüfen Sie HTTPS, die Schreibweise der Adresse, die Benutzerkonten, den Website-Zustand und die Sicherung:

  • HTTPS überall: Die Website ist nur verschlüsselt über https:// erreichbar, Aufrufe mit http:// werden weitergeleitet. Unter Einstellungen → Allgemein beginnen beide Adressen mit https://.
  • Eine Adresse: Entscheiden Sie sich für eine Schreibweise, mit oder ohne „www“, und lassen Sie die andere darauf weiterleiten. Ihr Hoster hilft dabei.
  • Benutzer prüfen: Unter Benutzer nur die Konten, die es braucht, jedes mit passender Rolle. Testkonten löschen, Zwei-Faktor-Anmeldung für alle Administratoren an.
  • Website-Zustand: Unter Werkzeuge → Website-Zustand die offenen Hinweise abarbeiten.
  • Sicherung: Direkt vor dem Livegang eine vollständige Sicherung anlegen, also Dateien (Theme, Plugins, Bilder) und Datenbank (Texte und Einstellungen), mit einer Kopie außerhalb des Servers (Kapitel 6). Und wissen, wie Sie sie zurückspielen.

Was tun, wenn die neue Website eine alte ersetzt?

Dann richten Sie für jede alte Adresse, die sich ändert, eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue Seite ein. Google und Ihre Kunden kennen die alten Adressen. Ändert sich etwa /leistungen/bad.html zu /badsanierung/, landen Besucher sonst auf einer Fehlerseite, und bisherige Sichtbarkeit bei Google kann verloren gehen.

  1. Sammeln Sie vor dem Umstieg alle Adressen der alten Website, etwa aus der Search Console oder der alten Sitemap.
  2. Ordnen Sie jeder alten Adresse die passende neue zu. Was es nicht mehr gibt, leiten Sie auf die thematisch nächste Seite, nicht pauschal auf die Startseite.
  3. Richten Sie dauerhafte Weiterleitungen ein (Statuscode 301, er sagt Suchmaschinen „dauerhaft umgezogen“), etwa mit einem Plugin für Weiterleitungen.
  4. Testen Sie nach dem Livegang einige alte Adressen von Hand.

Wie schalten Sie die Website frei?

Sie entfernen in WordPress den Haken, der Suchmaschinen bittet, die Website nicht aufzunehmen, schalten ein Baustellen-Plugin oder einen Passwortschutz ab und melden die Sitemap in der Search Console an:

  1. Unter Einstellungen → Lesen im Bereich „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“ den Haken bei „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ entfernen und speichern. Dieser Schritt wird leicht vergessen, weil man ihn beim Einrichten in Kapitel 3 gesetzt hat.
  2. Ein Wartungs- oder Baustellen-Plugin, falls Sie eines genutzt haben, deaktivieren und löschen. Haben Sie in Kapitel 3 einen Passwortschutz für das Verzeichnis eingerichtet, entfernen Sie ihn im Kundenbereich Ihres Hosters. Sonst sehen weder Besucher noch Google die Website.
  3. Die Website in einem privaten Browserfenster aufrufen, ohne angemeldet zu sein. Sieht alles so aus wie erwartet?
  4. In der Search Console die Sitemap einreichen (Kapitel 9), dann die Adresse der Startseite oben in das Suchfeld des URL-Prüftools eingeben und „Indexierung beantragen“ klicken.
  5. Im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen die Website eintragen, ebenso in E-Mail-Signatur, auf Rechnungen und Fahrzeugen, wenn sich die Adresse geändert hat.

Worauf achten Sie in den ersten Wochen nach dem Livegang?

Achten Sie darauf, ob Anfragen ankommen, ob die Search Console Fehler meldet und was Kunden zurückmelden. Fragen Sie ein paar Stammkunden, ob sie finden, was sie suchen; deren Blick ist ehrlicher als Ihrer, weil Sie die Website zu gut kennen.

Prüfen Sie einmal die Ladezeit, zum Beispiel mit PageSpeed Insights von Google. Das Werkzeug zeigt, wo die Seite bremst, etwa bei zu großen Bildern oder zu vielen Plugins. Nehmen Sie die Hinweise als Anregung, nicht als Prüfung, die Sie mit voller Punktzahl bestehen müssen.

Legen Sie jetzt, solange alles frisch ist, eine Notfall-Liste an: Wo liegen die Zugänge zu Hoster, Domain, WordPress, Search Console und Unternehmensprofil? Wer außer Ihnen weiß, wo diese Liste liegt: jemand im Team oder, wenn Sie allein arbeiten, eine Vertrauensperson? Bei Krankheit oder einem Wechsel des Dienstleisters ist sie Gold wert.

Wie pflegen Sie die WordPress-Website nach dem Start?

Mit einem festen monatlichen Termin für Updates, einem Blick auf die Sicherungen, aktuellen Inhalten und einem Blick in die Search Console. Eine WordPress-Website ist nie ganz fertig:

  • Updates: WordPress, Theme und Plugins regelmäßig aktualisieren, vorher sichern, danach kurz prüfen. Je länger Updates liegen bleiben, desto größer das Risiko.
  • Sicherungen: Prüfen Sie ab und zu, ob die automatischen Sicherungen laufen, und spielen Sie zur Probe einmal eine zurück, etwa in eine Testumgebung (Staging).
  • Inhalte: Neue Projekte, geänderte Öffnungszeiten, neue Mitarbeitende, aktuelle Preise. Eine Website, auf der seit Jahren nichts passiert ist, wirkt verlassen.
  • Rechtliches: Bei jeder Änderung an Diensten oder Plugins die Datenschutzerklärung mitdenken.
  • Messen: Einmal im Monat in die Search Console schauen (Kapitel 9).

Tragen Sie den Termin in den Kalender ein, zum Beispiel jeden ersten Montag im Monat. Wer die Pflege nicht selbst übernehmen möchte, kann sie abgeben: Unsere WordPress-Wartung kostet 69 € im Monat netto und umfasst Updates, Sicherungen und eine Prüfung danach. Was eine Website über die Jahre insgesamt kostet, steht im Ratgeber Was kostet eine WordPress-Website?.

Wie geht es nach dem Leitfaden weiter?

Nach dem Leitfaden halten Sie die Website mit dem monatlichen Pflegetermin aktuell und bauen sie mit jedem neuen Inhalt aus: einer neuen Leistungsseite, einem Projekt mit Fotos, einer Antwort auf eine häufige Kundenfrage. Wenn Sie an einer Stelle hängen bleiben, finden Sie in unserer WordPress-Hilfe Antworten auf typische Probleme, und über die Übersicht des Leitfadens kommen Sie jederzeit zu jedem Kapitel zurück.

Zum Abhaken

Checkliste: Livegang

Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.

Häufige Fragen zu diesem Kapitel

Welcher Schritt wird beim Livegang einer WordPress-Website leicht vergessen?

Der Haken bei „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ unter Einstellungen → Lesen. Solange er gesetzt ist, bittet WordPress Suchmaschinen, die Website nicht aufzunehmen. Ebenfalls leicht übersehen werden Weiterleitungen von alten Adressen und ein ungetestetes Formular.

Brauche ich Weiterleitungen, wenn ich eine alte Website ersetze?

Ja, wenn sich Adressen ändern. Leiten Sie jede alte Adresse dauerhaft (301) auf die passende neue Seite weiter, nicht pauschal auf die Startseite. Sonst landen Besucher auf Fehlerseiten, und bisherige Sichtbarkeit kann verloren gehen.

Wie oft sollte ich WordPress aktualisieren?

Regelmäßig, nicht erst, wenn sich viele Updates angesammelt haben. WordPress selbst aktualisiert sich standardmäßig automatisch, bei Installationen ab WordPress 5.6 auch auf neue Hauptversionen; was bei Ihnen eingestellt ist, sehen Sie unter Dashboard → Aktualisierungen. Updates für Plugins und Themes spielen Sie zeitnah ein. Wir empfehlen einen festen monatlichen Termin plus einen Blick zwischendurch; vorher sichern, danach kurz prüfen.

Warum kommen Formular-Mails von WordPress nicht an?

Eine Ursache, die uns immer wieder begegnet: Der Server verschickt Mails ohne richtige Absender-Anmeldung, sie landen im Spam oder werden abgewiesen. Ein Plugin, das über das Postfach Ihres Hosters per SMTP versendet, kann das lösen.

Kann ich die Pflege der WordPress-Website abgeben?

Ja. Unsere WordPress-Wartung kostet 69 € im Monat netto und umfasst Updates, Sicherungen und die Prüfung danach. Sie können die Pflege auch selbst übernehmen, wenn Sie sich einen festen monatlichen Termin dafür setzen.

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