Zum Inhalt springen

Kapitel 02 von 10

WordPress-Hosting und Domain auswählen

Für eine eigene WordPress-Website brauchen Sie ein Webhosting, auf dem Sie WordPress.org selbst installieren, und eine Domain, die auf Sie oder Ihr Unternehmen eingetragen ist. Achten Sie beim Hoster auf Serverstandort in der EU, aktuelle PHP-Version, SSL-Zertifikat, Sicherungen mit Wiederherstellung und den Preis nach der Einstiegsphase.

Michael Mand, Webdesign mit WordPress Veröffentlicht am 18. November 2025 · aktualisiert am 2. November 2026 · 7 Min. Lesezeit

Was sind Hosting und Domain?

Die Domain ist die Adresse Ihrer Website, das Hosting ist der Speicherplatz, auf dem WordPress läuft. Die Domain tippen Kunden in den Browser, etwa maler-musterstadt.de. Das Hosting ist Platz auf einem Server, also einem Rechner im Rechenzentrum, der rund um die Uhr läuft und Ihre Website an jeden Besucher ausliefert. Die Firma, die das anbietet, heißt Hoster.

Beides können Sie beim selben Hoster bestellen. Das ist bequem, aber nicht zwingend. Wichtig ist, dass beides auf Sie oder Ihr Unternehmen läuft, nicht auf einen Bekannten oder eine frühere Agentur. Wer als Inhaber der Domain eingetragen ist, entscheidet am Ende über die Adresse und damit über die Website.

WordPress.org oder WordPress.com: Was ist der Unterschied?

WordPress.org ist die freie Software, die Sie auf einem eigenen Hosting installieren; WordPress.com ist ein Dienst, bei dem eine Firma WordPress für Sie betreibt. Bei WordPress.org entscheiden Sie selbst über Theme (die Gestaltungsvorlage), Plugins (Erweiterungen) und Daten. Darum geht es in diesem Leitfaden. WordPress.com ist im Einstieg einfacher, je nach Tarif sind Plugins, Themes und eigener Code dort aber eingeschränkt.

Wenn Sie den Schritten in diesem Leitfaden folgen wollen, brauchen Sie ein normales Webhosting, auf dem Sie WordPress.org selbst installieren können. Deutsche Hoster bieten das in ihren Webhosting-Tarifen an; achten Sie in der Tarifbeschreibung auf den Hinweis „WordPress“ oder „PHP und MySQL/MariaDB“, also die Programmiersprache und die Datenbank, die WordPress braucht.

Worauf sollten Sie beim WordPress-Hosting achten?

Achten Sie auf Serverstandort, aktuelle Technik, SSL, Sicherungen und erreichbaren Support, nicht zuerst auf den Einstiegspreis. Im Einzelnen:

  • Serverstandort in der EU. Dann bleiben die Daten Ihrer Besucher im Geltungsbereich der DSGVO, der europäischen Datenschutz-Grundverordnung, und Sie brauchen für den Server keine Zusatzregeln für Länder außerhalb der EU. Ob der Server in Deutschland oder einem anderen EU-Land steht, ändert an den Regeln nichts. Ein Standort in Deutschland ist eine Frage der Vorliebe, etwa wegen Vertrag und Support auf Deutsch. Der Hoster sollte Ihnen außerdem einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung anbieten, also eine Vereinbarung darüber, wie er mit den Daten Ihrer Besucher umgeht. Das verlangt Artikel 28 der DSGVO, sobald ein Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet. Einen Überblick gibt Kapitel 8; was im Einzelfall gilt, klären Sie im Zweifel mit Fachleuten.
  • Aktuelle PHP-Version und Datenbank. PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress geschrieben ist. Welche Versionen WordPress empfiehlt, steht auf der Seite zu den Anforderungen bei wordpress.org. Ein guter Hoster bietet diese an und lässt Sie selbst umstellen.
  • SSL-Zertifikat inklusive. Das Zertifikat sorgt für die verschlüsselte Verbindung, erkennbar an https:// und dem Schloss im Browser. Fragen Sie, ob ein kostenloses Zertifikat im Tarif enthalten ist und ob es sich selbst verlängert.
  • Automatische Sicherungen mit Wiederherstellung. Fragen Sie nicht nur, ob gesichert wird, sondern wie Sie eine Sicherung selbst zurückspielen und wie lange sie aufbewahrt wird.
  • Support auf Deutsch, der erreichbar ist. Wenn die Seite an einem Montagmorgen nicht lädt, wollen Sie jemanden erreichen, nicht ein Ticket in einer Warteschlange.
  • E-Mail-Postfächer. Wenn Sie Adressen wie info@ihrname.de nutzen wollen, prüfen Sie, ob Postfächer im Tarif enthalten sind.
  • Testumgebung (Staging), wenn möglich. Eine Kopie der Website, an der Sie Updates oder Änderungen ausprobieren, bevor sie live gehen. Nicht Pflicht, aber praktisch.

Welche Hosting-Art passt: Shared, Managed WordPress oder eigener Server?

Für die Website von Selbstständigen und kleinen Unternehmen reicht nach unserer Erfahrung ein Shared Hosting; Managed WordPress Hosting lohnt sich, wenn Sie Arbeit abgeben wollen. Shared Hosting heißt: Ihre Website teilt sich einen Server mit anderen. Sie kümmern sich um WordPress, der Hoster um den Server.

Managed WordPress Hosting ist auf WordPress zugeschnitten. Der Hoster übernimmt je nach Angebot Updates, Sicherungen und Zwischenspeicher. Das kostet mehr, nimmt Ihnen aber Arbeit ab. Prüfen Sie, welche Plugins dort erlaubt sind, manche Anbieter schließen einzelne aus.

Ein eigener Server (VPS oder Root-Server) lohnt sich für Selbstständige und kleine Unternehmen nur, wenn Sie selbst oder jemand im Team sich damit auskennt. Sonst sind Sie auch für Sicherheit und Updates des Servers zuständig.

Worauf achten Sie beim Preis für WordPress-Hosting?

Vergleichen Sie den Preis nach der Einstiegsphase, die Mindestlaufzeit und was im Tarif enthalten ist, nicht das Lockangebot. Manche Tarife sind im ersten Jahr günstiger und werden danach teurer. Das steht in den Vertragsdetails, nicht in der Werbung. Prüfen Sie dabei, ob Postfächer, Sicherungen und SSL im Preis enthalten sind oder extra kosten.

Welche Kosten bei einer WordPress-Website insgesamt anfallen, also auch für Theme, Plugins und Ihre eigene Zeit, steht im Ratgeber Was kostet eine WordPress-Website?.

Wie finden Sie den richtigen Domainnamen?

Ein guter Domainname ist kurz, am Telefon buchstabierbar und trägt Ihren Firmennamen, bei Solo-Selbstständigen auch Ihren eigenen Namen, oder Ihre Leistung plus Ort. In Kapitel 1 haben Sie zwei oder drei Ideen notiert. Prüfen Sie jetzt mit der Domainsuche Ihres Hosters, welche davon frei ist. Bei der Wahl helfen diese Fragen:

  • Kann man ihn am Telefon buchstabieren? Lesen Sie den Namen jemandem vor. Wenn er nachfragen muss, ist er zu kompliziert.
  • Firmenname oder Leistung plus Ort? Der Firmenname ist dauerhaft. Leistung plus Ort ist leichter zu merken, passt aber nicht mehr, wenn Sie später umziehen oder das Angebot erweitern.
  • Bindestriche und Umlaute: Bindestriche sind erlaubt und manchmal lesbarer. Umlaut-Domains gibt es, sie machen aber bei E-Mail-Adressen und in manchen Programmen Ärger. Schreiben Sie lieber „ae“, „oe“, „ue“.
  • Endung: Für Unternehmen und Selbstständige, die in Deutschland arbeiten, ist .de die naheliegende Wahl. Eine zweite Endung wie .com können Sie zusätzlich sichern und auf die Hauptdomain weiterleiten.

Prüfen Sie vor der Bestellung, ob der Name schon als Marke oder Firmenname eines anderen Unternehmens in Ihrer Branche genutzt wird. Eine Suche im Netz und im Register des Deutschen Patent- und Markenamts erspart später Ärger. Wenn Sie gerade gründen, prüfen Sie Name und Domain in einem Zug und sichern Sie die Domain früh, am besten bevor Sie Logo, Visitenkarten oder Schilder in Auftrag geben: Ist der Name schon vergeben, lässt er sich jetzt noch leichter ändern als nach dem Druck.

Wie bestellen Sie Hosting und Domain Schritt für Schritt?

In sechs Schritten: Tarif wählen, Domain mitbestellen, Zugänge notieren, SSL einschalten, Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen, Postfächer einrichten.

  1. Wählen Sie einen Tarif nach den Punkten oben und lesen Sie Laufzeit und Preis nach der Einstiegsphase.
  2. Bestellen Sie die Domain im selben Schritt mit. Als Inhaber tragen Sie Ihr Unternehmen ein, als Einzelperson sich selbst, mit vollständigem Namen samt Rechtsform, Anschrift (kein Postfach), Telefon und einer E-Mail-Adresse, die Sie lesen. Bei .de-Domains prüft die Vergabestelle DENIC diese Angaben. Kommt eine Rückfrage, antworten Sie über Ihren Hoster schnell, sonst kann die Domain abgeschaltet werden.
  3. Notieren Sie Kundennummer, Zugang zum Kundenbereich, die Zugänge für SFTP (verschlüsselte Dateiübertragung auf den Server) und die Datenbank an einem sicheren Ort, am besten in einem Passwort-Manager.
  4. Schalten Sie im Kundenbereich das SSL-Zertifikat für die Domain ein.
  5. Schließen Sie den Vertrag zur Auftragsverarbeitung ab und legen Sie ihn zu Ihren Unterlagen.
  6. Richten Sie, wenn gewünscht, die E-Mail-Postfächer ein und testen Sie, ob eine Mail ankommt und rausgeht.

Wenn schon eine Domain da ist: Klären Sie zuerst, bei wem sie liegt und wer als Inhaber eingetragen ist. Für einen Umzug brauchen Sie vom alten Anbieter einen Auth-Code (Umzugscode). Hängen an der Domain E-Mail-Postfächer, müssen diese mit umziehen, sonst gehen Mails verloren. Sie können die Domain auch beim bisherigen Anbieter lassen und nur die DNS-Einträge ändern, also die Angaben, die festlegen, auf welchen Server die Domain zeigt; welche das sind, sagt Ihnen Ihr Hoster.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Kapitel installieren Sie WordPress und nehmen die Einstellungen vor, die gleich am Anfang richtig sitzen sollten. Voraussetzung: Hosting und Domain sind bestellt, das SSL-Zertifikat ist aktiv und alle Zugänge sind notiert.

Zum Abhaken

Checkliste: Hosting und Domain bereit

Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.

Häufige Fragen zu diesem Kapitel

Was ist der Unterschied zwischen WordPress.org und WordPress.com?

WordPress.org ist die freie Software, die Sie auf einem eigenen Hosting installieren und frei erweitern. WordPress.com ist ein Dienst, bei dem eine Firma WordPress für Sie betreibt; je nach Tarif sind Plugins und Themes dort eingeschränkt. Dieser Leitfaden beschreibt den Weg mit WordPress.org.

Reicht ein einfaches Shared Hosting für eine Firmenwebsite?

Für die Website von Selbstständigen und kleinen Unternehmen nach unserer Erfahrung ja. Wichtiger als der Preis sind Serverstandort in der EU, aktuelle PHP-Version, SSL, Sicherungen mit Wiederherstellung und ein Support, der erreichbar ist.

Wem sollte die Domain gehören?

Ihnen oder Ihrem Unternehmen. Lassen Sie die Domain nicht auf einen Bekannten, einen Mitarbeiter oder eine Agentur eintragen. Wer als Inhaber eingetragen ist, entscheidet am Ende über die Adresse und damit über die Website.

Kann ich meine bestehende Domain für die neue WordPress-Website behalten?

Ja. Sie können die Domain mit einem Auth-Code zum neuen Hoster umziehen oder beim bisherigen Anbieter lassen und nur auf das neue Hosting zeigen lassen. Denken Sie an E-Mail-Postfächer, die an der Domain hängen.

Brauche ich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Hoster?

In aller Regel ja, weil der Hoster Daten Ihrer Besucher verarbeitet, etwa IP-Adressen. Suchen Sie den Vertrag im Kundenbereich Ihres Hosters oder fragen Sie den Support danach. Welche Pflichten im Einzelnen gelten, klären Sie im Zweifel mit Fachleuten; einen Überblick gibt Kapitel 8 dieses Leitfadens.

Lieber machen lassen?

WordPress-Website erstellen lassen

Neu oder fertigstellen: Ihre WordPress-Website zum Festpreis, als One-Pager ab 990 € oder mit Unterseiten ab 2.900 €.

Zur Leistung

Sie kommen nicht weiter?

Wir machen es fertig, ab der Stelle, an der Sie stehen.

Beschreiben Sie kurz, wo Sie stehen. Das Formular dauert rund zwei Minuten, die Einschätzung ist kostenlos.

  1. 01 Anliegen
  2. 02 Projekt
  3. 03 Kontakt
Anfrage stellen