Kapitel 05 von 10
Gutenberg oder Elementor: welcher WordPress-Editor passt?
Gutenberg, im WordPress-Admin „Block-Editor“, ist eingebaut, bleibt schlank und braucht kein Zusatz-Plugin; Elementor ist anschaulicher und freier in der Gestaltung, bringt aber eigenen Code und eine Abhängigkeit mit. Für eine klare Firmenwebsite, deren Texte gepflegt werden, reicht der Block-Editor, für aufwendige Layouts, die das Team selbst umbaut, passt Elementor.
Worum geht es bei der Wahl des WordPress-Editors?
Es geht um das Werkzeug, mit dem Sie Ihre Seiten bauen und später pflegen: den eingebauten Block-Editor („Gutenberg“) oder einen Page-Builder wie Elementor, also ein Zusatz-Plugin zum Bauen von Seiten. Mit dem Editor setzen Sie Überschriften, Texte, Bilder, Spalten und Knöpfe auf eine Seite. Beide Wege führen zu einer fertigen Website. Sie unterscheiden sich darin, wie sich das Arbeiten anfühlt, wie viel Technik mitkommt und wie gebunden Sie später sind.
Ein Richtig oder Falsch für alle gibt es nicht, nur die Wahl, die zu Ihnen, Ihrem Team und Ihrer Website passt. Weil ein späterer Wechsel aufwendig ist, lohnt es sich, die Frage jetzt in Ruhe zu klären.
Was ist Gutenberg, der Block-Editor von WordPress?
Gutenberg ist der Editor, der in WordPress eingebaut ist; im WordPress-Admin heißt er „Block-Editor“. „Gutenberg“ ist der Name des Entwicklungsprojekts dahinter, im Alltag sind beide Namen gebräuchlich. Sie brauchen kein zusätzliches Plugin, auch nicht das gleichnamige Plugin „Gutenberg“ aus dem Verzeichnis: Darin werden neue Funktionen vorab getestet. Jeder Absatz, jedes Bild, jede Spalte ist ein Block. Mit Vorlagen (Patterns) fügen Sie fertige Abschnitte ein, etwa eine Leistungsübersicht mit drei Spalten, und tauschen nur Text und Bild aus. Mit einem Blocktheme, also einem Theme, das ganz aus Blöcken besteht (Kapitel 4), bearbeiten Sie unter Design → Editor auch Kopfzeile und Fußzeile.
Praktisch sind synchronisierte Vorlagen: Ein Abschnitt, etwa Ihr Kontaktkasten mit Telefonnummer, wird einmal angelegt und auf mehreren Seiten eingefügt. Ändern Sie ihn an einer Stelle, ändert er sich überall.
Was dafür spricht: Der Block-Editor wird mit WordPress weiterentwickelt und gepflegt. Es kommt kein zusätzlicher Code dazu, die Seiten bleiben schlank. Die Inhalte der eingebauten Blöcke liegen als einfacher Webseiten-Code (HTML) in der Datenbank und bleiben lesbar, auch wenn Sie das Theme wechseln.
Was dagegen spricht: Für ausgefallene Layouts stößt man schneller an Grenzen. Manche Einstellungen, etwa Abstände nur für das Handy, sind je nach Theme nicht oder nur umständlich möglich. Und Sie sehen beim Bearbeiten nicht immer exakt, wie die Seite am Ende aussieht.
Was ist Elementor?
Elementor ist ein Page-Builder, also ein Plugin, mit dem Sie Seiten in einer Live-Ansicht mit der Maus zusammenbauen. Sie sehen die Seite so, wie Besucher sie sehen, und ziehen Elemente an ihren Platz. Für gängige Bausteine gibt es ein Widget, also ein fertiges Element: Bildergalerien, Registerkarten, Zähler, Bewertungen. Die kostenlose Grundversion reicht für einfache Seiten; die Bezahlversion Elementor Pro bringt unter anderem einen Formular-Baukasten und die Möglichkeit, Kopfzeile und Fußzeile zu gestalten.
Was dafür spricht: Das Arbeiten ist sehr anschaulich, auch ohne Vorkenntnisse. Einstellungen getrennt für Handy, Tablet und Rechner sind direkt eingebaut. Der Hersteller bietet ausführliche Anleitungen, dazu kommen Videos und Kurse von Dritten.
Was dagegen spricht: Elementor bringt eigenen Code mit, der geladen werden muss. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt davon ab, wie sorgfältig gebaut wird. Die Gestaltung hängt an Elementor: Schalten Sie das Plugin ab, bleibt vom Layout wenig übrig. Und Elementor ist ein weiteres Plugin, das Sie mit Updates pflegen, bei Pro zusätzlich mit einer laufenden Lizenz.
Worin unterscheiden sich Block-Editor und Elementor?
Der Block-Editor ist eingebaut, schlank und braucht kein Zusatz-Plugin; Elementor ist anschaulicher und freier in der Gestaltung, bringt aber eigenen Code und eine Abhängigkeit mit. Im Einzelnen:
- Einstieg: Elementor wirkt nach unserer Erfahrung für Einsteiger schneller vertraut. Der Block-Editor braucht etwas Eingewöhnung.
- Technik: Der Block-Editor ist Teil von WordPress, Elementor ist ein Plugin mit eigenem Code und eigenen Updates.
- Gestaltungsfreiheit: Elementor bietet von Haus aus mehr Einstellungen. Der Block-Editor ist stärker an das Theme gebunden.
- Bindung: Inhalte aus den eingebauten Blöcken bleiben auch ohne Plugin lesbar; Blöcke aus Zusatz-Plugins brauchen ihr Plugin. Elementor-Seiten brauchen Elementor.
- Kosten: Der Block-Editor ist kostenlos. Elementor gibt es kostenlos, einige Funktionen nur in der Bezahlversion; den aktuellen Preis nennt der Hersteller. Wie solche Lizenzen ins Budget fallen, steht im Ratgeber Was kostet eine WordPress-Website?.
- Pflege durch das Team: Beides lässt sich lernen. Entscheidend ist, dass die Person, die später Texte ändert, mit dem Werkzeug zurechtkommt.
Welcher Editor passt zu Ihrem Unternehmen?
Für eine klare Firmenwebsite, deren Texte gepflegt werden, passt der Block-Editor; für aufwendige Layouts, die Ihr Team selbst umbaut, passt Elementor. Diese fünf Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wer pflegt die Website? Baut jemand im Team regelmäßig Seiten um und will dabei sehen, was passiert, spricht viel für Elementor. Werden vor allem Texte und Bilder ausgetauscht, reicht der Block-Editor.
- Wie aufwendig ist Ihr Layout? Eine klare Firmenwebsite mit Startseite, Leistungen und Kontakt lässt sich gut mit dem Block-Editor bauen. Sehr gestaltete Seiten mit Effekten sind mit Elementor einfacher.
- Wie wichtig ist Ihnen wenig Technik? Wer möglichst wenig pflegen will, nimmt den Block-Editor.
- Gibt es schon etwas? Ist Ihre bestehende Website mit Elementor gebaut und Sie kommen damit gut zurecht, gibt es selten einen Grund, alles umzubauen.
- Wer hilft im Notfall? Betreut ein Dienstleister die Website, fragen Sie, womit er arbeitet.
Das Theme sollte zum Editor passen: Für den Block-Editor eignet sich ein Blocktheme, für Elementor ein schlankes klassisches Theme (Kapitel 4).
Schwanken Sie danach noch, probieren Sie beide aus: Bauen Sie dieselbe Leistungsseite aus Ihrem Inhaltsordner einmal mit dem Block-Editor und einmal mit Elementor, am besten in einer Testumgebung (Staging), also einer nicht öffentlichen Kopie der Website, falls Ihr Hoster eine anbietet. Danach merken Sie, womit Sie lieber arbeiten.
Kann man Block-Editor und Elementor mischen?
Technisch ja, wir raten davon ab: eine Website, ein Werkzeug. Bauen Sie einzelne Seiten mit dem Block-Editor und andere mit Elementor, sehen sie leicht unterschiedlich aus, Sie pflegen zwei Werkzeuge, und wer später übernimmt, findet sich schwer zurecht.
Genauso wenig sollten Sie mehrere Page-Builder gleichzeitig installieren. Jeder bringt eigenen Code mit, und am Ende weiß niemand mehr, welche Seite womit gebaut ist.
Womit bauen wir selbst?
Neue Websites für Selbstständige und kleine Unternehmen bauen wir in der Regel ohne Page-Builder, mit einem eigenen schlanken Theme und dem Block-Editor. So bleibt die Technik überschaubar. Gleichzeitig betreuen wir Elementor-Websites und halten Elementor für ein gutes Werkzeug, wenn es sorgfältig eingesetzt wird. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass es sauber benutzt wird.
Wie geht es weiter?
Im nächsten Kapitel geht es um Plugins: welche Sie wirklich brauchen und wie Sie gute von riskanten unterscheiden. Mit Editor und Theme fehlen dann nur noch die Erweiterungen für Formulare, Sicherungen und Sicherheit.
Zum Abhaken
Checkliste: Editor entschieden
Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.
Häufige Fragen zu diesem Kapitel
Ist Gutenberg dasselbe wie der Block-Editor?
Ja. „Gutenberg“ ist der Name des Projekts, in dem der Block-Editor entwickelt wird. Im WordPress-Admin heißt er „Block-Editor“, im Alltag sind beide Namen gebräuchlich. Das gleichnamige Plugin brauchen Sie nicht, der Block-Editor ist in WordPress eingebaut.
Macht Elementor die WordPress-Website langsam?
Elementor lädt eigenen Code, deshalb ist eine Elementor-Seite nach unserer Erfahrung schwerer als eine vergleichbare Seite aus dem Block-Editor. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt von der Bauweise ab: wenige Widgets, verkleinerte Bilder und gutes Hosting halten auch Elementor-Seiten flott.
Brauche ich Elementor Pro?
Für einfache Seiten reicht die kostenlose Version. Wenn Sie Kopf- und Fußzeile mit Elementor gestalten oder dessen Formulare nutzen wollen, brauchen Sie Pro. Den aktuellen Funktionsumfang und Preis nennt der Hersteller.
Kann ich später von Elementor zum Block-Editor wechseln?
Ja, aber nicht auf Knopfdruck. Die Seiten müssen im Block-Editor neu aufgebaut werden, Texte und Bilder können Sie übernehmen. Planen Sie dafür einen Umbau ein, nicht ein Update.
Kann ich Block-Editor und Elementor gleichzeitig nutzen?
Technisch ja, wir raten davon ab. Sie pflegen zwei Werkzeuge, die Seiten wirken uneinheitlich, und wer später übernimmt, findet sich schwer zurecht.
Lieber machen lassen?
WordPress-Website erstellen lassen
Neu oder fertigstellen: Ihre WordPress-Website zum Festpreis, als One-Pager ab 990 € oder mit Unterseiten ab 2.900 €.
Sie kommen nicht weiter?
Wir machen es fertig, ab der Stelle, an der Sie stehen.
Beschreiben Sie kurz, wo Sie stehen. Das Formular dauert rund zwei Minuten, die Einschätzung ist kostenlos.
- 01 Anliegen
- 02 Projekt
- 03 Kontakt