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Ratgeber · WooCommerce

WordPress-Shop erstellen: mit WooCommerce Schritt für Schritt

Einen WordPress-Shop erstellen Sie mit dem kostenlosen Plugin WooCommerce: auf einem Hosting mit aktuellem PHP, HTTPS und genug Arbeitsspeicher installieren, den Einrichtungsassistenten durchlaufen und dann Produkte, Versand, Steuern und Zahlungsarten einrichten. Bevor der Shop an Verbraucher in Deutschland verkauft, gehören unter anderem Impressum, Widerrufsbelehrung, Gesamtpreise mit Umsatzsteuer, ein mit „zahlungspflichtig bestellen“ beschrifteter Bestellknopf und seit Juni 2026 eine Widerrufsfunktion dazu, im Zweifel von einer Anwältin oder einem Anwalt geprüft.

Michael Mand, Webdesign mit WordPress Veröffentlicht am 12. Mai 2026 · aktualisiert am 2. November 2026 · 12 Min. Lesezeit

Wann passt ein Shop mit WooCommerce?

WooCommerce passt, wenn Ihre Website schon mit WordPress läuft oder laufen soll, Sie Ihre Produkte selbst pflegen wollen und jemand regelmäßig Zeit für Updates hat. WooCommerce ist ein kostenloses Plugin, also eine Erweiterung für WordPress, die aus der Website einen Shop mit Warenkorb, Kasse und Bestellverwaltung macht. Produkte, Kundendaten und Bestellungen liegen auf Ihrem eigenen Hosting, und Sie entscheiden selbst über Design, Erweiterungen und Zahlungsanbieter.

Weniger gut passt WooCommerce in diesen Fällen:

  • Sie verkaufen nur ein paar Artikel nebenbei, und niemand hat Zeit für die Pflege. Dann kann ein Bezahllink Ihres Zahlungsanbieters oder ein gemieteter Shop reichen, bei dem der Anbieter Technik und Updates übernimmt.
  • Sie verkaufen keine Ware, sondern Termine. Für Buchungen kann ein eigenes Buchungswerkzeug besser passen als ein Shop.
  • Ihre Website läuft nicht mit WordPress, und Sie wollen sie nicht umstellen.

Nach unserer Erfahrung ist nicht die Einrichtung die größte Hürde, sondern der Alltag danach: Bestellungen bearbeiten, Bestände pflegen, Updates einspielen und den Kaufablauf testen. Planen Sie dafür feste Zeit ein, bevor Sie anfangen. Mit welchen laufenden Kosten Sie rechnen sollten, steht im Ratgeber Was kostet eine WordPress-Website?.

Was brauchen Sie für einen WooCommerce-Shop?

Sie brauchen ein Hosting, das die Anforderungen von WooCommerce erfüllt, eine Domain mit SSL-Zertifikat und die Inhalte für Ihre Produkte. Das Hosting liefert Ihr Hoster, also die Firma, auf deren Server die Website liegt. Laut WooCommerce-Dokumentation (gültig für WooCommerce ab Version 10.8) sollte er Folgendes bieten:

  • PHP ab Version 8.3; PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress und WooCommerce laufen,
  • MySQL ab Version 8.0 oder MariaDB ab Version 10.6; das ist die Datenbank, in der Produkte und Bestellungen gespeichert werden,
  • HTTPS, also verschlüsselte Verbindungen,
  • ein Arbeitsspeicher-Limit für WordPress von mindestens 256 MB.

Mit älteren Versionen ab PHP 7.4 läuft WooCommerce laut Dokumentation noch. Laut php.net bekommen PHP 7.4 bis 8.1 aber keine Sicherheitsupdates mehr und PHP 8.2 nur noch bis zum 31. Dezember 2026. Um die WordPress-Version kümmern Sie sich selbst, nicht der Hoster: Die aktuelle Version WooCommerce 11.2.1 setzt laut Hersteller im Plugin-Verzeichnis mindestens WordPress 7.0 voraus. Fragen Sie Ihren Hoster, ob Ihr Tarif die Werte erfüllt. Welche PHP-Version Ihre Website nutzt, sehen Sie unter Werkzeuge → Website-Zustand.

Für HTTPS brauchen Sie ein SSL-Zertifikat, damit die Adresse mit https:// beginnt und Namen, Adressen und Zahlungsangaben verschlüsselt übertragen werden. Wie Sie Hosting, Domain und SSL auswählen, erklärt Kapitel 2 zu Hosting und Domain. Dazu kommen Produkttexte, Preise, Versandkosten und Fotos. Die Fotos liefern Sie selbst oder lassen sie von einem Fotografen vor Ort machen.

Wie richten Sie WooCommerce mit dem Einrichtungsassistenten ein?

Sie installieren WooCommerce wie jedes andere Plugin und folgen dann dem Einrichtungsassistenten und der Aufgabenliste, die WooCommerce danach anzeigt. Ist Ihre Website schon online, legen Sie vorher eine Sicherung an. Die Schritte:

  1. Unter Plugins → Plugin hinzufügen nach „WooCommerce“ suchen, auf „Jetzt installieren“ klicken und das Plugin aktivieren.
  2. Im Assistenten „Meinen Shop einrichten“ wählen. WooCommerce fragt, ob Sie gerade gründen oder schon verkaufen, und danach nach Name des Shops, Art der Produkte, Standort und E-Mail-Adresse des Shops. Mit „Geführte Einrichtung überspringen“ geht es direkt zur Aufgabenliste.
  3. Danach schlägt WooCommerce kostenlose Zusatzfunktionen vor, etwa für Zahlung, Versand, Steuern oder Marketing. Nehmen Sie nur, was Sie wirklich brauchen: Jede Erweiterung ist ein Plugin mehr, das Updates braucht, wie Kapitel 6 zu Plugins zeigt. Manche dieser Funktionen setzen eine Verbindung mit einem WordPress.com-Konto über Jetpack voraus, ein Plugin von Automattic, dem Betreiber von WordPress.com, das Ihre Website mit dessen Diensten verbindet.
  4. Zum Schluss zeigt die WooCommerce-Startseite eine Aufgabenliste. Ist WordPress auf „Deutsch“ eingestellt, heißen die Aufgaben dort in Du-Form, hier im Wortlaut der Oberfläche: „Deine Produkte hinzufügen“, „Zahlungen einrichten“, „Deinen Shop anpassen“ (Theme, Startseite und Navigation), „Umsatzsteuer erheben“, je nach Angaben „Wähle deine Versandoptionen aus“ und zuletzt „Deinen Shop veröffentlichen“. Unter „Deutsch (Sie)“ stehen dieselben Aufgaben in Sie-Form, etwa „Ihren Shop anpassen“.

Solange Sie noch bauen, lassen Sie den Shop auf „Demnächst verfügbar“ stehen. Das stellen Sie unter WooCommerce → Einstellungen im Bereich „Sichtbarkeit der Website“ ein. Besucher sehen dann eine Hinweisseite, Sie selbst sehen den Shop. Auf Wunsch gilt der Hinweis nur für die Shop-Seiten, und der Rest Ihrer Website bleibt sichtbar.

Wie legen Sie Produkte in WooCommerce an?

Produkte legen Sie im Verwaltungsbereich unter „Produkte“ an, mit Name, Beschreibung, Preis, Fotos, Lagerbestand und Kategorie. WooCommerce kennt diese Produkttypen:

  • Einfaches Produkt: ein Artikel ohne Auswahl, etwa ein Buch.
  • Variables Produkt: ein Artikel in Varianten wie Größe oder Farbe. Jede Variante kann einen eigenen Preis, eine eigene Artikelnummer und einen eigenen Bestand haben.
  • Gruppiertes Produkt: mehrere einzelne Produkte auf einer Seite, die Kunden einzeln in den Warenkorb legen, etwa ein Set Gläser.
  • Externes/Partnerprodukt: ein Link zu einem Produkt, das auf einer anderen Website verkauft wird.

Leistungen ohne Versand kennzeichnen Sie als virtuell, Dateien wie E-Books als herunterladbar. Ein größeres Sortiment übernehmen Sie per CSV-Datei, also als Tabelle, die Sie etwa aus Ihrer Warenwirtschaft exportieren. Schreiben Sie für jedes Produkt einen eigenen Text mit dem, was Kunden vor dem Kauf wissen wollen, etwa Maße, Material und Lieferzeit. Wie solche Seiten bei Google gefunden werden, erklärt Kapitel 9 zu WordPress-SEO.

Wie richten Sie Versand und Steuern ein?

Den Versand richten Sie über Versandzonen ein, die Steuern über Steuersätze, beides unter WooCommerce → Einstellungen. Eine Versandzone ist ein Gebiet, in das Sie liefern, etwa Deutschland, die EU oder bestimmte Postleitzahlen. Jeder Zone geben Sie eine oder mehrere Versandarten. WooCommerce bringt drei mit: Versandkostenpauschale, kostenloser Versand und Abholung vor Ort.

Wichtig ist die Reihenfolge: Jeder Kunde fällt in genau eine Zone, und zwar in die erste passende von oben. Sortieren Sie die Zonen deshalb vom kleinsten zum größten Gebiet, also zum Beispiel erst Ihre Stadt, dann Deutschland, dann die EU. Für alle anderen Adressen gibt es die Zone „Rest der Welt“. Bekommt sie keine Versandart, sehen Kunden von dort, dass kein Versand möglich ist.

Für die Steuern schalten Sie in den allgemeinen WooCommerce-Einstellungen „Steuersätze und Berechnungen aktivieren“ ein. Danach legen Sie fest, ob Sie Preise mit Steuer eingeben („Preise mit Steuern eingeben“) und wie der Shop sie anzeigt. Die Sätze tragen Sie in die Klassen „Standard Steuersätze“ und „Ermäßigter Steuersatz“ ein. In Deutschland beträgt die Umsatzsteuer 19 Prozent, für die im Gesetz aufgeführten Waren ermäßigt 7 Prozent (§ 12 UStG). Welcher Satz für welches Produkt gilt, ob Sie Kleinunternehmer sind und was beim Verkauf ins EU-Ausland gilt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie die Sätze eintragen.

Welche Zahlungsarten können Sie in WooCommerce anbieten?

WooCommerce bringt drei Zahlungsarten ohne Online-Abwicklung mit: Überweisung, Scheckzahlungen und Nachnahme. Zahlungen per Karte, PayPal oder Lastschrift kommen über Erweiterungen der Zahlungsanbieter dazu. Alles finden Sie unter WooCommerce → Einstellungen bei den Zahlungen. Die Gruppe „Offline-Zahlungen nutzen“ enthält die drei mitgelieferten Arten. Bei Überweisung hinterlegen Sie Ihre Bankverbindung und verschicken die Ware, sobald das Geld da ist.

Für Online-Zahlungen schließen Sie einen Vertrag mit einem Zahlungsanbieter und installieren dessen Erweiterung. Vergleichen Sie vorher die Gebühren je Zahlung, die Zeit bis zur Auszahlung und die Zahlungsarten, die der Anbieter abdeckt, etwa Kauf auf Rechnung. Testen Sie jede Zahlungsart vor dem Start mit einer Bestellung; bietet der Anbieter einen Testmodus an, nutzen Sie ihn. Jeder Zahlungsanbieter gehört außerdem in Ihre Datenschutzerklärung.

Was gilt rechtlich für einen Onlineshop in Deutschland?

Wer an Verbraucher verkauft, braucht unter anderem Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung, Gesamtpreise mit Umsatzsteuer, einen eindeutig beschrifteten Bestellknopf und seit dem 19. Juni 2026 eine Widerrufsfunktion. Das ist ein Überblick aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Die Rechtstexte erstellt eine Anwältin oder ein Anwalt oder ein Rechtstexte-Dienst, WooCommerce und Zusatz-Plugins helfen bei der technischen Umsetzung. Die Punkte im Einzelnen:

  • Impressum nach § 5 DDG wie bei jeder Firmenwebsite, mehr dazu in Kapitel 8 zum Rechtlichen.
  • Widerrufsbelehrung: Bei Fernabsatzverträgen, also Verträgen, die zum Beispiel über das Internet geschlossen werden, haben Verbraucher ein Widerrufsrecht (§ 312g BGB). Das Gesetz nennt Ausnahmen, etwa für Waren, die nach Kundenwunsch angefertigt werden. Sie informieren über Bedingungen, Fristen und Verfahren, stellen das Muster-Widerrufsformular bereit und nennen seit dem 19. Juni 2026 auch die Widerrufsfunktion und wo sie zu finden ist (Art. 246a § 1 Abs. 2 EGBGB). Eine Widerrufsbelehrung von vor diesem Datum lassen Sie deshalb aktualisieren; fehlt der Hinweis, verlängert sich die Widerrufsfrist laut IHK auf zwölf Monate und 14 Tage. Ebenso gehört in die Datenschutzerklärung, welche Daten beim Widerruf erhoben werden.
  • Widerrufsfunktion: Seit dem 19. Juni 2026 müssen Verbraucher über die Website widerrufen können (§ 356a BGB). Die Funktion muss gut lesbar mit „Vertrag widerrufen“ oder einer anderen gleichbedeutenden eindeutigen Formulierung beschriftet sein und während der Widerrufsfrist ständig verfügbar, hervorgehoben platziert und leicht zugänglich sein. Danach kommt eine Bestätigung, beschriftet mit „Widerruf bestätigen“ oder ebenso eindeutig. WooCommerce bringt dafür seit Version 11.1 eine eigene Funktion mit. Sie ist in der Grundeinstellung aus; Sie schalten sie unter WooCommerce → Einstellungen → Erweitert → Funktionen bei „Widerruf“ ein. WooCommerce verlinkt die Seite nirgends von selbst. Den Link dorthin setzen Sie selbst, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“, hervorgehoben und von jeder Seite aus erreichbar, zusätzlich etwa in den Bestell-Mails. Die IHK versteht „hervorgehoben“ so, dass er sich durch Größe, Kontrast oder Farbe deutlich von den Links zu Impressum, AGB und Datenschutz abhebt; eine schlichte Zeile in der Fußzeile reicht dann nicht unbedingt. Ein Prüfpunkt: Die Bestätigungs-Schaltfläche heißt im deutschen WooCommerce „Widerruf absenden“, nicht „Widerruf bestätigen“ wie im Gesetz. Ob das als gleichbedeutend genügt, beurteilen wir nicht; lassen Sie es im Zweifel von einer Anwältin oder einem Anwalt, Ihrer Kammer oder Ihrem Verband prüfen. Ein Widerruf über das Formular ändert außerdem weder den Bestellstatus, noch storniert oder erstattet er etwas; das erledigen Sie selbst. WooCommerce weist selbst darauf hin, dass die Funktion allein nicht garantiert, dass alle Vorgaben erfüllt sind.
  • Preisangaben: Gegenüber Verbrauchern nennen Sie Gesamtpreise einschließlich Umsatzsteuer (§ 3 PAngV). Im Shop geben Sie zusätzlich an, dass die Preise die Umsatzsteuer enthalten und ob Versandkosten dazukommen, und deren Höhe, soweit sie sich vorab berechnen lässt (§ 6 PAngV). Bei Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche gehört der Grundpreis dazu, etwa je Kilogramm (§ 4 PAngV).
  • Bestellablauf und Button-Lösung: Spätestens zu Beginn des Bestellvorgangs stehen Lieferbeschränkungen und die akzeptierten Zahlungsmittel. Unmittelbar vor der Bestellung sehen Kunden hervorgehoben die Pflichtangaben, unter anderem die wesentlichen Eigenschaften der Ware, den Gesamtpreis und die Versandkosten. Der Bestellknopf ist mit „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer entsprechend eindeutigen Formulierung beschriftet (§ 312j BGB). Fehlt diese Beschriftung, kommt kein Vertrag zustande. Ist WordPress auf Deutsch eingestellt, heißt der Knopf in WooCommerce laut deutscher Übersetzung „Zahlungspflichtig bestellen“. Ändern Theme oder Plugin den Text, prüfen Sie ihn.
  • AGB: Allgemeine Geschäftsbedingungen schreibt das Gesetz nicht vor. Verwenden Sie welche, weisen Sie bei der Bestellung darauf hin (§ 305 BGB), und Kunden müssen sie abrufen und speichern können (§ 312i BGB).
  • Gewährleistung: Seit dem 27. September 2026 gehört bei Waren ein hervorgehobener Hinweis auf das gesetzliche Gewährleistungsrecht und seine Mindestdauer von zwei Jahren zu den Pflichtangaben, mit der einheitlichen Mitteilung der EU aus der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960 (Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 11 EGBGB). Bestehende Shops müssen ihn nachrüsten. Für digitale Inhalte und digitale Dienstleistungen gilt ein eigener Hinweis (Nr. 11b).
  • Barrierefreiheit: Onlineshops fallen unter Umständen unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind davon ausgenommen; Einzelheiten stehen in Kapitel 8.

Für die deutschen Besonderheiten gibt es Zusatz-Plugins, zum Beispiel Germanized for WooCommerce (Grundversion im Plugin-Verzeichnis, Pro-Version kostenpflichtig) und German Market (kostenpflichtig beim Hersteller MarketPress). Laut Hersteller ergänzen beide unter anderem Lieferzeiten, Grundpreise, Hinweise zu Steuer und Versandkosten, den Gewährleistungshinweis und eine eigene Widerrufsfunktion. Das sind Beispiele, keine Rangliste. Nutzen Sie nur eine Widerrufsfunktion, nicht die von WooCommerce und die eines Zusatz-Plugins gleichzeitig. Welche Angaben für Ihr Sortiment gelten, klären Sie im Zweifel mit einer Anwältin oder einem Anwalt, Ihrer Kammer oder Ihrem Verband.

Wie halten Sie den WooCommerce-Shop sicher und aktuell?

Ein Shop braucht regelmäßige Updates mit vorheriger Sicherung und danach einen Test des Kaufablaufs. Die WooCommerce-Dokumentation empfiehlt, einmal im Monat nach Updates für WordPress, WooCommerce, Erweiterungen und Theme zu sehen und Sicherheitsupdates sofort einzuspielen. Vorher sichern Sie Datenbank und den Ordner wp-content und testen das Update möglichst auf einer Staging-Seite, also einer Kopie des Shops, die Kunden nicht sehen. Danach prüfen Sie Produktseite, Warenkorb, Kasse, Zahlung, Versand, Steuern und Bestell-Mails.

Ein Wartungsvertrag ist keine gesetzliche Pflicht. Wer einen Shop geschäftlich betreibt, muss ihn aber, soweit technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar, unter Berücksichtigung des Stands der Technik gegen unerlaubte Zugriffe und Angriffe absichern (§ 19 Abs. 4 TDDDG), und für Kundendaten gilt Art. 32 DSGVO. Drei Punkte, die bei Shops dazukommen:

  • Sicherungen öfter: Weil jeden Tag Bestellungen dazukommen können, reicht eine Sicherung pro Woche unter Umständen nicht. Wie Sie das einrichten, steht im Ratgeber WordPress-Backup.
  • Cache richtig einstellen: Ein Cache speichert fertige Seiten zwischen, damit sie schneller laden. Warenkorb, Kasse und Mein Konto nehmen Sie davon aus, so verlangt es die WooCommerce-Dokumentation. Mehr dazu unter WordPress schneller machen.
  • Testbestellung vor dem Start: Mit jeder Zahlungsart einmal bestellen, die Mails prüfen und erst dann „Demnächst verfügbar“ abschalten. Was beim Livegang, also beim öffentlichen Start, sonst noch dazugehört, steht in Kapitel 10.

Wenn Sie Aufbau oder Pflege nicht selbst übernehmen wollen, helfen wir als WooCommerce-Agentur, beim neuen Shop ebenso wie bei einem bestehenden, der hakt.

Zum Abhaken

Checkliste: Shop startklar

Ihre Haken bleiben in diesem Browser gespeichert, sonst nirgends.

Häufige Fragen dazu

Ist WooCommerce kostenlos?

Das Plugin WooCommerce ist kostenlos im Plugin-Verzeichnis von WordPress erhältlich. Kosten entstehen für Hosting und Domain, für kostenpflichtige Erweiterungen, für die Gebühren der Zahlungsanbieter, für Rechtstexte und für Aufbau und Pflege des Shops, ob mit eigener Zeit oder durch einen Dienstleister.

Welche Hosting-Anforderungen hat WooCommerce?

Laut WooCommerce-Dokumentation für WooCommerce ab Version 10.8 sollte das Hosting PHP ab 8.3, MySQL ab 8.0 oder MariaDB ab 10.6, HTTPS und ein Arbeitsspeicher-Limit für WordPress von mindestens 256 MB bieten. Mit PHP ab 7.4 läuft WooCommerce noch; laut php.net bekommen PHP 7.4 bis 8.1 aber keine Sicherheitsupdates mehr und PHP 8.2 nur noch bis zum 31. Dezember 2026. Die aktuelle Version WooCommerce 11.2.1 setzt laut Hersteller mindestens WordPress 7.0 voraus.

Wie muss der Bestellknopf in meinem WooCommerce-Shop beschriftet sein?

Nach § 312j Abs. 3 BGB muss der Knopf gut lesbar mit nichts anderem als „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer entsprechend eindeutigen Formulierung beschriftet sein, sonst kommt mit Verbrauchern kein Vertrag zustande. Im deutschen WooCommerce heißt der Knopf laut Übersetzung „Zahlungspflichtig bestellen“; ändern Theme oder Plugins den Text, sollten Sie ihn prüfen. Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung.

Brauche ich für meinen Shop einen Widerrufsbutton?

Wer mit Verbrauchern Fernabsatzverträge über eine Website schließt, muss seit dem 19. Juni 2026 eine Widerrufsfunktion anbieten, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend, mit anschließender Bestätigung (§ 356a BGB). WooCommerce bringt seit Version 11.1 eine solche Funktion mit, die Sie unter WooCommerce → Einstellungen → Erweitert → Funktionen bei „Widerruf“ einschalten und selbst verlinken müssen, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“, hervorgehoben und von jeder Seite erreichbar. Ob sie für Ihren Shop alle Vorgaben erfüllt, etwa mit der deutschen Schaltfläche „Widerruf absenden“, klären Sie im Zweifel mit einer Anwältin oder einem Anwalt, Ihrer Kammer oder Ihrem Verband. Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung.

Brauche ich Germanized oder German Market für einen Shop in Deutschland?

Vorgeschrieben ist kein bestimmtes Plugin. Germanized for WooCommerce und German Market ergänzen WooCommerce laut Hersteller um Funktionen für den deutschen Markt, etwa Lieferzeiten, Grundpreise, Hinweise zu Steuer und Versandkosten und eine Widerrufsfunktion. Ob Sie so ein Plugin brauchen, hängt davon ab, welche Pflichtangaben Ihr Sortiment verlangt und was Ihr Theme schon anzeigt.

Wie oft muss ich WooCommerce aktualisieren?

Die WooCommerce-Dokumentation empfiehlt, einmal im Monat nach Updates für WordPress, WooCommerce, Erweiterungen und Theme zu sehen und Sicherheitsupdates sofort einzuspielen. Vor jedem Update sichern Sie Datenbank und Dateien, testen möglichst auf einer Kopie des Shops und prüfen danach Warenkorb, Kasse, Zahlung und Bestell-Mails.

Belege Quellen anzeigen (32)
  1. WooCommerce-Dokumentation: Server Recommendations (Hosting-Anforderungen für WooCommerce ab 10.8)
  2. WordPress-Plugin-Verzeichnis: WooCommerce (Version 11.2.1, setzt WordPress 7.0 voraus)
  3. php.net: Supported Versions (Sicherheitsupdates je PHP-Version), abgerufen am 02.11.2026
  4. WooCommerce-Dokumentation: Onboarding Wizard und Aufgabenliste
  5. WooCommerce-Dokumentation: Coming soon mode (Sichtbarkeit der Website)
  6. WooCommerce-Dokumentation: Managing products (Produkttypen)
  7. WooCommerce-Dokumentation: Setting up shipping zones
  8. WooCommerce-Dokumentation: Setting up taxes in WooCommerce
  9. WooCommerce-Dokumentation: Configuring WooCommerce settings (Zahlungen, Offline-Zahlungen)
  10. WooCommerce Developer Blog: Introducing Order Withdrawal in WooCommerce 11.1 (27.08.2026)
  11. WooCommerce-Dokumentation: Customer Order Withdrawal (Einstellung unter Erweitert → Funktionen)
  12. WooCommerce-Dokumentation: How to update WooCommerce
  13. WooCommerce Developer Docs: Configuring caching plugins
  14. Deutsche Übersetzung von WooCommerce (translate.wordpress.org), Bezeichnungen im Admin
  15. § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG): Allgemeine Informationspflichten
  16. § 312g BGB: Widerrufsrecht
  17. § 312i BGB: Allgemeine Pflichten im elektronischen Geschäftsverkehr
  18. § 312j BGB: Besondere Pflichten im elektronischen Geschäftsverkehr gegenüber Verbrauchern (Button-Lösung)
  19. § 356a BGB: Elektronische Widerrufsfunktion bei Fernabsatzverträgen
  20. Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 28: Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts sowie zur Änderung des Behandlungsvertragsrechts (Widerrufsfunktion ab 19.06.2026, Gewährleistungshinweis ab 27.09.2026)
  21. IHK Gießen-Friedberg: Elektronische Widerrufsfunktion
  22. § 305 BGB: Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen in den Vertrag
  23. Art. 246a § 1 EGBGB: Informationspflichten bei Fernabsatzverträgen, Widerrufsbelehrung
  24. Preisangabenverordnung (PAngV), § 3 Gesamtpreis
  25. Preisangabenverordnung (PAngV), § 4 Grundpreis
  26. Preisangabenverordnung (PAngV), § 6 Preisangaben bei Fernabsatzverträgen
  27. § 12 Umsatzsteuergesetz (UStG): Steuersätze
  28. TDDDG, § 19 (Technische und organisatorische Vorkehrungen)
  29. DSGVO, Artikel 32 (Sicherheit der Verarbeitung), EUR-Lex
  30. Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), § 3 Barrierefreiheitsanforderungen
  31. WordPress-Plugin-Verzeichnis: Germanized for WooCommerce (Funktionsliste des Herstellers vendidero)
  32. MarketPress: German Market (Funktionsliste des Herstellers)

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